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Freud, A. (1928). Die Einleitung der Kinderanalyse. Almanach der Psychoanalyse, 3:187-198.
    

(1928). Almanach der Psychoanalyse, 3:187-198

Die Einleitung der Kinderanalyse

Anna Freud

Der im Frühjahr 1927 erschienenen Schrift von Anna Freud: „Einführung in die Technik der Kinderanalyse“, enthaltend vier am „Lehrinstitut der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ gehaltene Vorträge, entnehmen wir das nachfolgende Bruchstück.

Betrachten wir zuerst die analoge Situation beim erwachsenen Patienten. Ein Mensch fühlt sich durch irgendwelche Schwierigkeiten in seinem eigenen Innern in seiner Arbeit oder seinem Lebensgenuß gestört, gewinnt aus irgendeinem Grunde Zutrauen zur therapeutischen Kraft der Analyse oder zu einem bestimmten Analytiker und faßt den Entschluß, auf diesem Wege Heilung zu suchen. Ich weiß natürlich, daß die Sache auch nicht immer ganz so liegt. Nicht immer sind ausschließlich innere Schwierigkeiten der Anlaß zur Analyse, häufig erst die Zusammenstöße mit der Außenwelt, die sich aus ihnen ergeben. Auch der Entschluß wird nicht immer selbständig gefaßt, das Drängen von Verwandten oder sonst Nahestehenden spielt oft eine größere Rolle, als für die spätere Arbeit günstig ist. Auch das Zutrauen zur Analyse und zum Analytiker ist nicht immer bedeutend. Immerhin aber bleibt es die für die Behandlung erwünschte und ideale Situation, daß der Patient sich aus freiem Willen gegen ein Stück seines eigenen Seelenlebens mit dem Analytiker verbündet.

Diese Lage der Dinge ist natürlich beim Kind niemals zu finden. Der Entschluß zur Analyse geht nie von dem kleinen Patienten aus, sondern immer von den Eltern oder der sonstigen Umgebung. Das Kind wird nicht um sein Einverständnis gefragt. Würde man eine solche Frage an es stellen, hätte es auch gar keine Möglichkeit, ein Urteil zu fällen und eine Antwort zu finden.

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