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Schestow, L. Eitingon, M. (1931). Alexander und Diogenes. Almanach der Psychoanalyse, 6:117-119.
   

(1931). Almanach der Psychoanalyse, 6:117-119

Alexander und Diogenes

Leo Schestow und Aus dem Russischen von Max Eitingon

„Geh‘ mir aus der Sonne!“ sagte Diogenes zu Alexander von Mazedonien. Der große Zyniker wollte stolz sein. Vielleicht hat er dem Kaiser gesagt: Und wenn ich auch nicht Diogenes wäre, möchte ich dennoch nicht Alexander sein. Davon schweigt die Legende.

Aber von jeher strebten die großen Philosophen danach, das Recht zu haben, so zu großen Kaisern sprechen zu dürfen. Und in diesem Sinne ist es auch ein großer Irrtum, von der Entwicklung der philosophischen Ideen zu reden, von der Geschichte der Philosophie als einem Prozeß. 2000 Jahre nach Diogenes ist der Streit der Philosophie mit Alexander noch nicht zu Ende. Wahrscheinlich wäre auch Spinoza allen Mächtigen der Welt mit den Worten des Diogenes entgegengetreten. Und überhaupt würde sich wohl kaum ein Philosoph finden, der, wenn auch gar kein Recht, nicht doch wenigstens den Wunsch hätte, so zum Kaiser zu reden.

Andrerseits — so reden ist schließlich nicht schwer, wer aber weiß, ob nicht auf dem Grunde seiner Seele der häßliche Zyniker den, der in jugendlicher Schönheit strahlend vor ihm stand, beneidete. Lassen wir es für einen Augenblick zu, daß Diogenes neidisch zu Alexander aufsah. Diese Möglichkeit ist ja nicht von vornherein abzuweisen. Unzweifelhaft aber ist, daß kein Zwang dieser Welt Diogenes bewogen haben würde, seinen Neid einzugestehen. Auch unter den qualvollsten Foltern würde Diogenes fortfahren zu behaupten, daß er nicht Alexander sein möchte. Und Diogenes mußte sein Geheimnis mit ins Grab nehmen.

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