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PEP-Web Tip of the Day

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Rank, O. (1912). Der Sinn der Griselda-Fabel. Imago, 1(1):34-48.

(1912). Imago, 1(1):34-48

Der Sinn der Griselda-Fabel

Otto Rank

»Warum hab ich dir das alles getan? Ich weift es nicht.«

Gerhard Hauptmann 〈Griselda〉.

Die Wechselbeziehungen zwischen der Psychoanalyse und dem Geistesleben werden dort am leichtesten aufzuzeigen sein, wo die künstlerisch gestalteten Phantasieproduktionen des einzelnen oder des Volkes eine auffällige Annäherung an die Ergebnisse der Psychoanalyse zeigen, die ja selbst nur eine — allerdings wissenschaftliche — Darstellung seelischer Inhalte und Vorgänge ist. In solchen Fällen bedarf es nicht erst des ganzen komplizierten Rüstzeugs der neuen Seelenkunde und seiner eigenartigen Anwendung auf ein höchst disparates Material, sondern es wird nur eine keineswegs spezifisch psychoanalytische Einstellung erfordert sein, die es nicht verschmäht, den geringgeschätzten und gerne übersehenen Banalitäten der menschlichen Liebesbeziehungen ein wenig Aufmerksamkeit und wissenschaftliches Interesse zu schenken.

Eines dieser offenkundigen und doch notwendigerweise erst von der Psychoanalyse entdeckten Geheimnisse ist die jedem scharfsichtigen Menschenkenner zugängliche Beobachtung, daß die zärtlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern durchaus nicht frei sind von einem erotischen Unterton, der bald deutlicher, bald leiser mitschwingt und sich in den gegengeschlechtlichen Verhältnissen am unzweideutigsten offenbart. So wird die Mutter dem Knaben, der Vater seinem Töchterchen unwillkürlich eine intensivere und anders gefärbte Zärtlichkeit entgegenbringen als dem gleichgeschlechtlichen Kinde, das sich darum oft von einem Elternteil zurückgesetzt, ja schlecht behandelt fühlt, und es wird so begreiflich, wenn sich das Kind dann mit seinem Zärtlichkeitsbedürfnis um so inniger und schwärmerischer dem andersgeschlechtlichen Elternteil zuwendet, der ihm ja von Anfang an durch Liebkosungen und zärtliche Behandlung lieb geworden war.

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