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Ferenczi, S. (1912). Symbolische Darstellung des Lust- und Realitäts-prinzips im Ödipus-Mythos: «Gedeutet durch Schopenhauer.». Imago, 1(3):276-284.

(1912). Imago, 1(3):276-284

Symbolische Darstellung des Lust- und Realitäts-prinzips im Ödipus-Mythos: «Gedeutet durch Schopenhauer.»

S. Ferenczi

Jedes Werk hat seinen Ursprung in einem glücklichen Einfall, und dieser gibt die Wollust der Konzeption: die Geburt aber, die Ausführung ist, wenigstens bei mir, nicht ohne Pein: denn alsdann stehe ich vor meinem eigenen Geist: wie ein unerbittlicher Richter vor einem Gefangenen, der auf der Folter liegt, und lasse ihn antworten, bis nichts mehr zu fragen übrig ist. Einzig aus dem Mangel an jener Redlichkeit scheinen mir fast alle Irrtümer und unsäglichen Verkehrtheiten entsprungen zu sein, davon die Theorien und Philosophien so voll sind. Man fand die Wahrheit nicht, bloß darum, daß man sie nicht suchte, sondern statt ihrer immer nur irgendeine vorgefaßte Meinung wiederzufinden beabsichtigte, oder wenigstens eine Lieblingsidee durchaus nicht verletzen wollte, zu diesem Zwecke aber Winkelzüge gegen andere und sich selbst anwenden mußte. Der Mut, keine Frage auf dem Herzen zu behalten, ist es, der den Philosophen macht. Dieser muß dem Ödipus des Sophokles gleichen, der, Aufklärung über sein eigenes schreckliches Schicksal suchend, rastlos weiter forscht, selbst wenn er schon ahndet, daß sich aus den Antworten das Entsetzlichste für ihn ergeben wird. Aber da tragen die meisten die Jokaste in sich, welche den Ödipus um aller Götter willen bittet, nicht weiter zu forschen: und sie gaben ihr nach, und darum steht es auch mit der Philosophie noch immer wie es steht.

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