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Sadger, J. (1913). Über das Unbewußte und die Träume bei Hebbel. Imago, 2(3):336-356.

(1913). Imago, 2(3):336-356

Über das Unbewußte und die Träume bei Hebbel

J. Sadger

I

Wer Hebbel bewundern und lieben lernen will, ohne immer wieder gestört zu werden durch ausgeklügelte Sexualprobleme, der muß ihn in seinem Tagebuch studieren. Dort wird er den ganzen Reichtum des Dichters, die Fülle seiner Ideen und merkwürdigen Verknüpfungen, den befremdenden Tiefsinn und vor allem eine Reihe von Erkenntnissen finden, welche die moderne Psychologie des Unbewußten erst wieder entdeckte. Kein zweiter Poet — man darf es heute ruhig aussprechen — hat so viel vom Unbewußten verstanden und seinen Beziehungen zur Dichtkunst und zum Liebesieben als Friedrich Hebbel. Von diesem seinen Wissen, durch das er den Zeitgenossen in manchen Punkten fast um ein volles Jahrhundert voraus war, wollen die folgenden Zeilen berichten.

Kaum hatte der Jüngling die Universität bezogen, so notiert das Tagebuch: »Cogito, ergo sum; bin ich nicht viel mehr in Gewalt des in mir Denkenden, als dieses in meiner Gewalt ist?« Und zwei Jahre später: »Es ist wahrlich noch die Frage, ob es ein reines inneres Leben, d. h. ein bewußtes, denn das unbewußte ist doch nicht sowohl Leben, als Lebensnahrung gibt?« Endlich nach der Lektüre von Emilia Galotti: »Das Bewußtsein hat an allem wahrhaft Großen und Schönen, welches vom Menschen ausgeht, wenig oder gar keinen Anteil; er gebiert es nur, wie eine Mutter ihr Kind, das von geheimnisvollen Händen in ihrem Schoße ausgebildet wird, und das, ob es gleich Fleisch von ihrem Fleisch ist, ihr dennoch in unabhängiger Selbständigkeit entgegen tritt, sobald es zu leben anfängt; der Handwerker weiß allerdings mit Bestimmtheit, warum er jetzt zum Hammer und jetzt zum Hobel greift, aber er machtauch nur Tische und Stühle.

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