Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: You can request more content in your language…

PEP-Web Tip of the Day

Would you like more of PEP’s content in your own language?  We encourage you to talk with your country’s Psychoanalytic Journals and tell them about PEP Web.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Rank, O. (1913). Die Nacktheit in Sage und Dichtung. Imago, 2(4):409-446.

(1913). Imago, 2(4):409-446

Die Nacktheit in Sage und Dichtung

Otto Rank

II

»Die Götter sind gerecht: aus unsern Lüsten

Erschaffen sie das Werkzeug, uns zu geißeln«.

Shakespeare (»Lear«, V, 3).

Wir wenden uns nunmehr der zweiten, der Zeigelust komplementären Triebregung, nämlich der Schaulust, zu, die sich auf den Anblick das Nackten richtet. Auch hier lassen sich wieder zwei Motivgestaltungen in gesonderter Gruppierung behandeln, obwohl sich nicht selten beide beisammenfinden oder ineinander übergehen. Und wieder entspricht die 1. vorwiegend sagenhafte mit ihren organischen Ausdrucksmitteln und neurotischen Mechanismen einem scharf umschriebenen pathologischen Krankheitsbilde, ganz wie das Motiv des Aussatzes den neurotischen Ausschlägen, während die 2. dichterische rein auf dem psychischen Gebiete der Phantasie verbleibt und sich dadurch — ganz wie die schamhafte Hemmung — dem Traumcharakter annähert.

1

»Nun beim Himmel! dir wäre besser

Du rissest dir die Augen aus, als daß sie

Der Zunge anvertrauten, was sie sahn.

Kleist (»Käthchen«).

Auch über die typische Verdrängungsform der erotisch betonten Schaulust sind wir durch eine Arbeit Freuds unterrichtet, in welcher darauf hingewiesen wird, daß gewissen neurotischen Sehstörungen die Idee aer Talion zugrunde liege, d. h. eine von den Hemmungen gegen die Schaulust gleichsam geforderte Bestrafung der Organe, die durch den Anblick von etwas Verbotenem (Nacktem) oder dem bloßen Wunsche danach gesündigt haben.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.