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Andreas-Salomé, L. (1913). Von frühem Gottesdienst. Imago, 2(5):457-467.
    

(1913). Imago, 2(5):457-467

Abhandlungen

Von frühem Gottesdienst

Lou Andreas-Salomé

Nachdem Freud in dieser Zeitschrift die Religion und die religiösen Gebräuche der »Wilden« psychoanalytisch angefaßt hat, versuche ich einen Bericht hinzuzufügen von anderem frühen Gottesdienst, von dem des Kindes, wenn auch nur als persönliche und sogar frauenzimmerliche Beigabe, die von psychoanalytischer Durchdringung absieht.

Dieser entscheidende Mangel rührt daher, daß ich nicht, ehe ich von einem Gott was sage, von einem dahinter stehenden Menschen sagen kann, denn meine Erinnerungen lassen mich dabei im Stich. Sollte ich sie dennoch einmal erwischen, so will ich sie getreulich beichten.

Meine früheste Vatererinnerung scheint mir nicht genügend Licht zu bringen in den dunklen Vorgang, wie ich von ihm mein Gottesmodell bezogen haben mag, und sie wurde in dieser Zeitstrecke von keiner weiteren gefolgt.

Ein noch ganz kleines Mädchen, sehe ich mich aufrecht in in meinem Gitterbett stehen, als mein Vater, in großer Uniform von einem Galadiner kommend, mich an sich ziehen will und dabei mit seiner brennenden Zigarette an meine nackte Schulter gerät. Natürlich schreie ich mörderlich los, und als er, zärtlich erschrocken ob seiner väterlichen Untat, mich über und über mit Küssen bedeckt, nehme ich wahr — in staunender Befriedigung verstummend — daß in seinen stahlblauen Augen ganz wirkliche echte Tränen stehen.

Mit diesem Anblick verbindet sich irgendwie die Erinnerung an ein Knallbonbon. Damals und auch später noch brachte er mir von der kaiserlichen Tafel ein bis zur UnWahrscheinlichkeit prachtvolles Bonbon mit, von dem ich annahm, daß, wenn man es Knallen ließ, goldene Gewänder herauskämen.

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