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Sachs, H. (1914). Homers jüngster Enkel. Imago, 3(1):80-84.

(1914). Imago, 3(1):80-84

Homers jüngster Enkel

Hanns Sachs

Unsere Zeit verarmt durch ihren Reichtum. Damit das innige und reine Gefühl für irgendein Stück Außenwelt in uns aufblühe, müßten wir uns ihm mit allen unseren Sinnen zu eigen geben, und wie wäre das möglich, da stündlich neue Gegenstände auf uns einstürmen, die unser Interesse an sich reißen wollen und uns am Mantel zerren wie die zudringlichen Bettlergedanken den Zeus am Weltenturm? Ehemals blieb die Alltagsumgebung eines Menschen, solange er lebte die gleiche, so daß sie mit allen Fasern seines Wesens verwuchs; das Ungewohnte, das in sein Dasein trat, gewann durch seine Neuheit lebhafte Farbe, die auch in der Erinnerung nicht verblaßte. Der Durchschnittsbildungsmensch von heute hat, ehe seine Reifejahre erreicht sind, einen kaum mehr erschleppbaren Erinnerungsbündel von Landschaften und Städtebildern, Kunstwerken und Naturwundern gesammelt; jeder Ferientag trägt neue hinzu und auch die Heimat ändert ihr Antliz von Jahr zu Jahr. Wenn er die Tagesneuigkeiten in seiner Zeitung überfliegt, ein paar illustrierte Journale durchblättert oder gar in ein Kino geht, hat er in einer Stunde mehr interessante Gegenstände gesehen, seiner Phantasie — das Wort im weitesten Sinne — mehr Nahrung gereicht, als etwa dem Dichter des cherubinischen Wandersmannes während der langen Jahre gegönnt war, die er am Hofe des Herzogs Nimrod zu Öls verlebte.

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