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Reik, T. (1914). Eine Psychologische Geschichte der Erotik. Imago, 3(3):304-305.

(1914). Imago, 3(3):304-305

Eine Psychologische Geschichte der Erotik

Review by:
Theodor Reik

Ich muß gestehen, daß ich Sätzen wie diesem: »Denn der Liebestod ist der definitive und nicht mehr rückgängig zu machende Sieg des Gefühles, er ist die Ekstase als Lösung des Weltproblems und des Weltprozesses«, ratlos gegenüberstehe. Es fehlt mir also vielleicht die Eignung, über Luckas Buch zu sprechen: Denn das Werk bewegt sich auf dem Niveau einer solchen Überschwenglichkeit und Irrationalität der Sprache und Gefühle, wie sie in dem zitierten Satze ausgedrückt sind. Die auftauchenden Bedenken wegen meiner Inkompetenz mußte ich fallen lassen, als ich in der Vorrede des Buches las, daß es »zu allen Gebildeten« spreche. Der Rezensent eines Werkes ist dann in der schwierigsten Lage, wenn er findet, daß darin ein prinzipiell richtiger Gedankengang mit unzulänglichen Mitteln durchgeführt wird. Richtig erscheint in Luckas Buch die Idee, daß das Liebesgefühl eine Geschichte hat, daß es sich in seiner Entwicklung vom Altertum bis zur Jetztzeit differenziert und modifiziert hat. Der Autor unterscheidet drei Stufen der Erotik: den Geschlechtstrieb, die Liebe und die Einheit von Geschlechtlichkeit und Liebe. Diese Einteilung ist, soweit sie eine Entwicklungstendenz belegt, richtig, wird aber sofort angreifbar, wenn sie sich mit Wertungen verbindet, die persönlicher Natur sind. Hier aber stehen wir am Knotenpunkt seiner Anschauungen: er beurteilt die Liebesphänomene von einem metaphysischen Standpunkt. Der Liebestod erscheint ihm als die höchste Form der Erotik. Es muß hier gesagt werden, daß Metaphysik heute und wohl für immer nur als eine Sonderart künstlerischer Intuition angesehen werden kann, daß sie mit Wissenschaft nur so viel zu tun hat, als sie Objekt wissenschaftlicher Forschung werden kann. Das Buch Luckas erscheint aber als eine Verquickung nicht gereifter Wissenschaftlichkeit, Dichtung und Metaphysik.

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