Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: PEP-Web Archive subscribers can access past articles and books…

PEP-Web Tip of the Day

If you are a PEP-Web Archive subscriber, you have access to all journal articles and books, except for articles published within the last three years, with a few exceptions.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

v. Hug-Hellmuth, H. (1914). Vom wahren Wesen der Kinderseele. Imago, 3(5):462-476.

(1914). Imago, 3(5):462-476

Vom wahren Wesen der Kinderseele

H. v. Hug-Hellmuth

Kinderbriefe

Mitgeteilt von Dr. H. v. Hug-Hellmuth.

Die starke Abneigung so vieler Erwachsener gegen das Briefschreiben ist in allen Gesellschaftsschichten so weit verbreitet, daß wir mit gutem Rechte nach allgemein giltigen tieferen Ursachen forschen dürfen, für welche die Überlastung des Mannes im Berufsleben, der Zeitmangel der Frau infolge häuslicher, gesellschaftlicher oder beruflicher Pflichten bloß bequeme Deckmäntel sind. Der Widerwille, der mit einem Male schwindet, wenn sich die Erotik zum Worte meldet, der mächtig anschwillt, sobald die Liebe im weitesten Sinne des Wortes schweigt, wurzelt tief in der Seele der meisten. Seine Motive liegen weit zurück in der Kindheit, in jenen Jahren, da überhaupt Vorliebe und Abneigung, die später das Leben in fast unerklärlicher Weise beherrschen, als oft kaum merkliche Reaktion auf die Erziehung und das Milieu sich entwickeln.

Bis in die Schulzeit zurück läßt sich die Abneigung gegen das Briefschreiben verfolgen. Keine Unterrichtsstunde ist dem Kinde auf frühen und späteren Lernstufen so unerquicklich und ehrlich verhaßt als die Aufsatzstunde, in der sich der Lehrer — in der Regel mit wenig Erfolg — bemüht, den kindlichen Geist mit dem Geheimnis des Stils in Wunsch-, Dank-, Erkundigungs- und anderen Briefen bekannt zu machen, in denen der Schüler die Eindrücke einer wirklich erlebten oder gar fingierten Reise einem Freunde nach einem vorgegebenen Plane mitteilen soll, Briefe, in denen er nichts vom Essen und Trinken, das ihm vielleicht um der ungewohnten Genüsse willen das Köstlichste schien, von Mitreisenden, über die er sich etwa gar lächerlich gemacht, erwähnen darf, indes er getreulich Dinge berichten soll, die sein Inneres kalt lassen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.