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Kolnai, A. (1921). Über das Mystische. Imago, 7(1):40-70.
   

(1921). Imago, 7(1):40-70

Über das Mystische

Aurel Kolnai

1

Der Begriff »das Mystische« kann zweierlei Bedeutungen haben, die jedoch einander eng entsprechen: einen Gefühlston, beziehungsweise eine Eigenschaft von Gegenständen in weitem Sinne, die geeignet ist, diesen Gefühlston hervorzurufen, wofern die subjektiven Voraussetzungen vorhanden sind. Diese beiden Bedeutungen mögen ohne methodische Gefahr nebeneinander gedacht werden, da sie vollkommen adäquat sind und ihr Unterschied keinen Keim von Mißverständnis enthalten kann. Hingegen müssen wir das Mystische von etlichen sprachlich ganz nahe stehenden Begriffen sorgfältig absondern. Eu diesen gehört das Mysterium, ob es nun die religiöse Zeremonie oder einfach Rätsel bezeichne. Der erstgenannte Sinn steht ganz abseits; der zweite 〈mysteriös〉 ist wohl für das Mystische grundlegend, aber doch eine mehr logische Kategorie, wogegen das Mystische eine rein psychologische ist; überdies ergibt das Rätsel an sich noch kein Mystisches und ist anderseits, wie später erhellen wird, auch nicht unbedingt notwendig zur Entstehung des Mystischen. Die Mystik bezeichnet etwas Konkretes, Historisches; ihr Gegenstand ist sicherlich mystisch, wird aber hiedurch keineswegs erschöpft und von dem Kreis des Mystischen wiederum weit überschritten. Endlich operiert der Mystizismus als philosophische oder vulgäre Richtung unleugbar mit dem Mystischen, es wird aber noch darauf hingewiesen werden, daß die beiden Begriffe, weitab davon, zusammenzufallen, in letzter Linie geradezu divergieren.

Ehe wir nun das Mystische ins Auge fassen, müssen wir der Frage Rechnung tragen, ob es überhaupt tunlich sei, zur Zergliederung eines solchen, bereits auf den ersten Blick in hohem Maße formell erscheinenden Begriffes die vorwiegend nach Inhalten forschende Psychoanalyse heranzuziehen. Gestehen wir ein: diese Untersuchung ist, insbesondere sobald sie sich mit der begrifflichen Bestimmung und Beschreibung des Mystischen begnügt, in Wirklichkeit keine psychoanalytische. Doch kommen die Ergebnisse und die psychologische Grundauffassung dieser Wissenschaft ungezwungen in Betracht.

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