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Hug-Hellmuth, H. (1921). HORST: Das Tagebuch eines Knaben. Berlin W 30, 1920. Kultur-Verlag.. Imago, 7(2):208.
    

(1921). Imago, 7(2):208

HORST: Das Tagebuch eines Knaben. Berlin W 30, 1920. Kultur-Verlag.

Review by:
H. Hug-Hellmuth

Es ist ein bedeutsames Zeichen unserer Zeit, daß sie an dem Erleben des werdenden nicht achtlos vorübergeht, sondern uns die Kämpfe der jugendlichen Seele schauen läßt, sei es, indem der reife Mensch, sich besinnend auf seine Jugendzeit, die Freuden und Leiden jener Tage rückschauend wiedererlebt, sei es, daß sie uns aus den Aufzeichnungen junger Menschen selbst unmittelbar entgegentreten.

Im vorliegenden Tagebuch enthüllt sich uns das tiefinnerste Erleben einer Knabenseele, die unter dem Schuldgefühl einer früherwachten, auf Abwege geratenen Erotik leidet und sich doch nicht befreien kann von dem Verlangen der Sinnlichkeit. Wie der junge Mensch, weil er vom andern Geschlechi nicht voll genommen wird, zum eigenen flüchtet und, wenn er ein gesunder ist, diesen Weg als falschen empfindet und ihn doch weitergeht, wie er bei den Erwachsenen nach einer liebevoll führenden Hand sucht, sie bei den Eltern an allerwenigsten findet, wie ein ungeheurer Kampf die junge Seele erfaßt und aufreibt, das lesen wir in diesen Blättern schlicht und wahrhaft aufgezeichnet. Wir sehen den Knaben unter der unerquicklichen Verhältnissen int Vaterhaus innerlich zum Manne reifen und von der ersten heißen Liebe zu einem Mädchen erfaßt, die er »keusch und heilig« halten will. Und wir verstehen, daß ihm in der Verödung seines i Heims in ungestilltem Verlangen seiner Triebe das Lernen verhaßt und unmöglich wird. Er fühlt sich den Forderungen des Lebens nicht gewachsen und will einem Dasein, das ihm durch die Lage daheim und das Treiben der Kollegen unerträglich erscheint, den Tod vorziehen. Aber die Treue eines Freundes, die Güte der Mutter verhüten, daß der Entschluß zur Tat wird und wir freuen uns, daß der Junge in seinem Onkel zum zweitenmal einen Berater findet, der ihm hilft, der Schwierigkeiten des Lebens Herr zu werden.

Das Büchlein wird vielen ein Spiegel eigenen Erlebens sein und Vätern, Erziehern und Lehrern der Knaben sollte es nicht unbekannt bleiben.

Dr. H. Hug-Hellmuth.

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