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Pfister, O. (1922). Die Religionspsychologie am Scheidewege. Imago, 8(3):368-400.

(1922). Imago, 8(3):368-400

Die Religionspsychologie am Scheidewege

Oskar Pfister

Ein seltsamer Unstern scheint über der Religionspsychologie zu walten. Soll das Schicksal des Vieldulders Odysseus sich an ihr wiederholen? Sie setzte ein mit einer Großtat, die gewaltige Folgen nach sich zog und das Denken aufs nachhaltigste beeinflußte: Schleiermachers psychologische Bearbeitung des Religionsbegriffes bedeutet einen Wendepunkt der protestantischen Theologie. Allein sie blieb in Allgemeinheiten stecken und ihre Wandlungen verrieten die stärkste Unsicherheit. Die Nachfolger schütteten nicht wenig Wasser in den Wein ihrer genialen Einseitigkeit, und gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts war man in rührender Einhelligkeit glücklich bei der Binsenwahrheit angelangt, daß nicht nur das Gefühl, sondern auch Wille und Intellekt am religiösen Leben beteiligt seien, wie übrigens an jedem überhaupt vorkommenden psychischen Phänomen. An dieser Selbstverständlichkeit ging das religionspsychologische Interesse vorderhand zugrunde.

Stanley Hall entriß die eingeschlafene Wissenschaft ihrer Lethargie, indem er nicht mehr nur die Religion im allgemeinen, sondern die konkreten Frömmigkeitserscheinungen empirisch zu erforschen unternahm. Es war ein ungeheurer Fortschritt. Allein die allgemeine Psychologie leistete wenig Hilfe, da sie mit dem zentralen Geistesleben wenig anzufangen wußte. Immerhin besaßen Stanley Hall und seine Nachfolger Einsicht genug, um die Annahme eines schaffenden Unbewußten als unerläßlich für das Verständnis der Frömmigkeitsäußerungen anzuerkennen. Die angewandte Methode der Enquete mit Hilfe von Fragebogen verhinderte zwar das tiefere entwicklungsgeschichtliche Erkennen, doch erwies sich die ganze Richtung als höchst empfänglich für neue Anregungen, so daß von ihr noch viel zu erwarten ist.

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