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Hitschmann (1922). ED. KÖNIG: Die Sexualität im Hohenlied und ihre Grenze. Zeitschrift für Sexualwissenschaft. April 1922. IX. Bd. 1. Heft.. Imago, 8(4):510.

(1922). Imago, 8(4):510

ED. KÖNIG: Die Sexualität im Hohenlied und ihre Grenze. Zeitschrift für Sexualwissenschaft. April 1922. IX. Bd. 1. Heft.

Review by:
Hitschmann

Der Autor verwirft jene älteren Auslegungen, wonach das Hohelied eine Allegorie vorstelle, etwa die Liebesgemeinschaft zwischen Gott und seinem Volke ausdrücken soll; auch die groteske, in welcher der katholische Gelehrte Romuald Munz sogar die Bitte der Braut um Küsse — als edle Freundesliebe auslegte. Anderseits aber lehnt Geheimrat König bis auf die eine Stelle »Dein Schoß ist das runde Becken: Nicht möge der Mischwein fehlen« alles Annehmen von Sexualsymbolen oder Hinweisen auf geschlechtliche Dinge streng ab. L. Levy hat im Winzerinnenlied »Fangt uns Füchse, kleine Füchse, Weinbergverwüster!« die Füchse als männliche Glieder gedeutet, »das Hinabsteigen des Geliebten in seinen Garten« als Liebesakt, die Türe als die Scham: All dies und anderes verwirft der Autor und hinter seiner kraftlosen Argumentierung ist Sexualablehnung und ungenügende Vertrautheit mit der Symbolik leicht zu erkennen. Dieses »sexuelle Martyrium«, dem das Hohelied neuerdings ausgesetzt sei, erregt seine moralische Entrüstung, und er findet es an der Zeit, alle neueren hiehergehörenden Funde einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Der Verfasser kündigt zum Schlusse drohend seine schon fast fertig vorliegende hermeneutische Studie über das Gesamtthema »Sexuelle und psychoanalytische Deutungen des althebräischen Schrifttums« an.

Hitschmann.

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