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Burrow, T. (1926). Die Gruppenmethode in der Psychoanalyse. Imago, 12(2-3):211-222.

(1926). Imago, 12(2-3):211-222

Die Gruppenmethode in der Psychoanalyse

Trigant Burrow

(Aus dem englischen Manuskript übersetzt von Dr. H. C. Syz)

Eine Arbeit, die mit einem paradoxen Titel beginnt, kann kaum erwarten, Zutrauen zu erwecken, es sei denn, daß es gelänge, mit dem anfänglichen Widerspruch ins Reine zu kommen. Die Vorbedingung jeder Analyse scheint selbstverständlich die Isolierung eines Teiles oder Elementes zu sein, das dabei die Struktur eines Systems, einer Kombination oder einer Gruppe repräsentieren mag. Eine Gruppe stellt biologisch etwas Zusammenhängendes dar, das nicht als Ganzes einer Analyse zugänglich ist. Eine Gruppenmethode in der Analyse steht daher ihrer Natur nach in Widerspruch mit sich selbst. Man könnte mit ebenso gutem Recht von einer synthetischen wie von einer Gruppenmethode der Analyse sprechen. Dennoch ist aber tatsächlich das Gruppenmaterial vorhanden, das zur Untersuchung herausfordert und dem, soviel ich sehe, nur die analytische Methode gerecht werden kann. Um daher Begriffe, die zueinander so deutlich in Widerspruch stehen, wie Gruppe oder Synthese und Individuum oder Analyse, miteinander auszusöhnen, ist eine angemessene Erklärung nötig.

Ich glaube, wir vergegenwärtigen uns kaum, in welchem Maße wir den Ausdruck „Gruppe“ oder Gesellschaft (Kombination) in einem künstlichen und konventionellen Sinne anwenden. Der Landschaftsgärtner arrangiert eine Gruppe von Bäumen, der Historiker eine Gruppe historischer Begebenheiten. Der Erzieher bildet eine Gruppe von Schülern, der Soziologe eine Gruppe von Fürsorgern; wir sprechen von Gruppen von Wissenschaftlern, Eisenarbeitern oder Künstlern.

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