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Róheim, G. (1926). Die Völkerpsychologie und die Psychologie der Völker. Imago, 12(2-3):273-291.

(1926). Imago, 12(2-3):273-291

Die Völkerpsychologie und die Psychologie der Völker

Géza Róheim

1

Unter Ethnologie versteht man in Deutschland oder verstand man bis zum Auftreten Gräbners eine Wissenschaft, die den Urformen allgemeinmenschlicher Erscheinungen nachgeht und dabei auf die Abgrenzung völkisch-bedingter Züge weniger Gewicht legt. Die Fragen der Rassenverwandtschaft hingegen bilden das eigentliche Problem der Anthropologie. In England verhält es sich gerade umgekehrt, „ethnology“ ist die Lehre von den Rassen, von der Urheimat und Wanderung der Völker und Bräuche, und „anthropology“, oder genauer „social anthropology“, wäre die Wissenschaft des Allgemein-Menschlichen. Mit dem deutschen Worte Völkerpsychologie sind wir in einer noch mißlicheren Lage. Bald soll die Völkerpsychologie eine Psychologie kollektiver Erscheinungen im Sinne Wundts, etwa eine Psychologie des Völkerlebens sein, bald aber eine Psychologie der Völker. Der erste Typus gehört in die Kategorie der ernsten wissenschaftlichen Literatur, bei dem zweiten ist dies nur teilweise der Fall. Es handelt sich immer um den Versuch, möglichst einschneidende Unterschiede in der Charakterologie der Völker festzustellen. Dabei geht es etwa nach dem Schema der Bakairi zu. „Bei den Bakairi heißt kurá ‚wir‘, ‚wir alle‘, ‚unser‘ und gleichzeitig ‚gute‘ (‚unsere Leute‘), Kurápa = ‚nicht wir‘, ‚nicht unser‘ und gleichzeitig ‚schlecht, geizig, ungesund‘. Alles Übel kommt von Fremden, nicht zum wenigsten Krankheit und Tod, die von Zauberern draußen geschickt werden.“

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