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Friedjung (1926). P. EDELBERT KURZ, O. F. M.: Christlich denken! Ein Hilfsbüchlein zur geschlechtlichen Erziehung. Josef Kösel & Friedrich Pustet, München 1925.. Imago, 12(4):532.

(1926). Imago, 12(4):532

P. EDELBERT KURZ, O. F. M.: Christlich denken! Ein Hilfsbüchlein zur geschlechtlichen Erziehung. Josef Kösel & Friedrich Pustet, München 1925.

Review by:
Friedjung

Im Einverständnis mit dem Münchener erzbischöflichen Ordinariate hat hier ein katholischer Priester und Erzieher eine kleine Schrift veröffentlicht, die einen Bruch mit der bisher beobachteten Stellung des offiziellen Katholizismus bedeutet. Galt in diesen Kreisen bisher alles Geschlechtliche für unrein, mit dem Makel der Erbsünde belastet, war bisher selbst die vom Priester gesegnete Ehe bloß ein — Milderungsgrund, die geschlechtliche Askese aber gottgefällig, auch bei Eheleuten die Vereinigung nur zum Zwecke der Kindererzeugung zulässig, zur bloßen Lust aber sündhaft, geschah also der ganze Kampf für größere Offenheit in geschlechtlichen Dingen in der Erziehung gegen den erbitterten Widerstand gerade des katholischen Klerus, — so erleben wir hier eine geradezu erstaunliche Wendung: „Das Büchlein will eine grundsätzliche Besinnung auf die gottgewollte Stellung des Geschlechtlichen in der Welt geben. Gott hat es geschaffen — darin liegt alles.“ Und mit erfreulicher Folgerichtigkeit führt der Verfasser seine Absicht durch, „gibt Worte und Namen für alles, auch für das Letzte“. Mit einer kühnen Wendung bezeichnet er das bisher Verpönte als heilig: er spricht vom heiligen Mutterleib, der heiligen Scheide, der heiligen Mutteröffnung. Nicht die Geschlechtsorgane und ihre natürlichen Funktionen sind „unkeusch“, sondern nur ihr Mißbrauch; auch Unwissenheit gehört zur Keuschheit nicht, denn „das heiligste und unschuldigste Mädchen Maria ist nicht unwissend in diesen Dingen“. — „Die Eheleute dürfen auch der Lust sich freuen, weil sie ja von Gott gegeben ist.“

Aus diesen Voraussetzungen ergibt sich die unabweisbare Notwendigkeit einer geschlechtlichen Erziehung, nicht etwa einer seelenlosen Aufklärung. Der Verfasser ist offensichtlich ein guter Kenner der psychoanalytisch-pädagogischen Literatur und verwertet sie ganz verständig. Im ganzen darf man sich der mutigen Schrift freuen als eines Sieges unserer Arbeit. Wenn die Kirchen uns nicht mehr entgegentreten, sondern auf ihre Art helfen, können die Menschen dabei nur gewinnen.

Friedjung (Wien).

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