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Bernfeld, S. (1928). Über Faszination. Imago, 14(1):76-87.

(1928). Imago, 14(1):76-87

Über Faszination

Siegfried Bernfeld

Der Begriff der Identifikation erweist sich der fortschreitenden psychoanalytischen Forschung als äußerst wichtig und fruchtbar, zugleich aber auch als reichlich ungeklärt. Insbesondere die Anfänge der Identifikation sind noch nicht endgültig verstanden. Freud sieht in der Identifikation eine primitive Form der Objektbeziehung, eine Art Zwischenstadium zwischen primärem Narzißmus und eigentlicher Objektbesetzung. Andrerseits aber ist Identifikation eine Ichveränderung, und es ist fraglich, inwieweit jene frühe Säuglingszeit, der die ersten Objektbesetzungen angehören, ein Ich besitzt, von dessen Veränderung im eigentlichen Sinn des Wortes gesprochen werden kann. Dieser — gewiß nicht unlösbare — Widerspruch ist eines der Anzeichen dafür, daß die Bildung des Begriffs Identifikation noch nicht abgeschlossen ist. Im folgenden möchte ich versuchen, zur Klärung der Tatsache und des Begriffs Identifikation beizutragen, indem ich einigen wenig beachteten Verhaltungsweisen der frühesten Kindheit Aufmerksamkeit widme, die sich als verwandt mit den eindeutig als Identifikation bekannten Ich-Veränderungen erweisen.

Der Mechanismus der Identifikation ist von Freud an Kinderspielen aus dem zweiten Lebensjahr geschildert worden.

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