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Friedjung, J.K. (1928). Zur Psychologie des kleinen Politikers. Imago, 14(4):498-501.

(1928). Imago, 14(4):498-501

Zur Psychologie des kleinen Politikers

Josef K. Friedjung

Beobachtungen, die ich als Zeuge arger Ausschreitungen bei der Sitzung einer politischen Körperschaft machen konnte, scheinen mir blitzartig einige psychologische Zusammenhänge des politischen Lebens zu erhellen, Es sei zunächst der Vorgang geschildert.

In einer angesehenen parlamentarischen Versammlung wird in später Abendstunde — beim Abendbrote haben nicht wenige der Mitglieder dem Alkohol zugesprochen — die Minderheit bei der Verlesung eines praktisch bedeutungslosen Antrages einiger Mehrheitler ungehalten. Die Zeichen der Erregung gehen zunächst nicht über Zurufe hinaus, wie sie bei solchen Anlässen üblich sind. Nur einer der Herren, dessen gerötetes Gesicht die Wirkung der Mahlzeit zu verraten scheint, schreit zur Mehrheit Beschimpfungen hinüber und schlagt dabei auf seine Bank. Eine Ermahnung des Vorsitzenden vermag den Erregten nicht zu beruhigen. Er setzt sein Toben fort und nach etwa zwei Minuten gesellen sich ihm drei bis vier weniger ernste unter seinen Parteigängern zu. Einer beginnt mit einem Lineal zu lärmen. Die Zurufe der anderen werden lauter und erregter. Nach einigen weiteren Minuten zieht einer jener ersten Lärmmacher die Lade seiner Bank heraus, beginnt mit ihr zu lärmen, tut dies mit immer größerer Wucht, bis die Lade in Trümmer geht. Er verteilt die Bruchstücke an seine Nachbarn, die nun ihrerseits in den Lärm einstimmen. Andere ziehen gleichfalls die Laden heraus und nach etwa zehn Minuten tobt und lärmt mit Ausnahme einer Frau und weniger ernster Männer die ganze Opposition: Die einen schreiend, öfters erregt lachend, andere in sanfterer Form, mit ruhiger Miene, manche markieren nur leichthin ihre Teilnahme an dem gewaltsamen Protest. Bemerkenswerter als der Gesamtvorgang ist aber das Verhalten der Einzelnen.

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