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Fenichel (1928). Rank, Otto: Das Inzestmotiv in Dichtung und Sage. Zweite, wesentlich vermehrte und verbesserte Auflage. Deuticke, Leipzig und Wien 1926.. Imago, 14(4):533.

(1928). Imago, 14(4):533

Rank, Otto: Das Inzestmotiv in Dichtung und Sage. Zweite, wesentlich vermehrte und verbesserte Auflage. Deuticke, Leipzig und Wien 1926.

Review by:
Fenichel

Rank sieht sich, wie er im Vorwort sagt, bei der zweiten Auflage seines bekannten verdienstvollen Werkes vor die Aufgabe gestellt, „das Thema mit meiner eigenen gereifteren Auffassung in Einklang zu bringen“, was in den Augen des Psychoanalytikers dem Buche nicht zum Vorteil gereicht. — Obwohl es für Rank „zwar verlockend“ wäre, „dem Vorbild Nietzsches folgend, dieses Problem der eigenen Entwicklung einleitend aufzurollen“, begnügt er sich mit Zusätzen und Änderungen im Sinne seiner programmatischen Erklärung: „Mit richtiger Einschätzung der im Mutterkomplex ruhenden präödipalen Entwicklung des Kindes ist auch klar geworden, daß das Schuldgefühl, das uns in der Dichtung als tragische Schuld entgegentritt, nicht aus dem Ödipuskomplex stammt, sondern aus einer früheren Entwicklungsphase, und sich nur deutlich auf der Ödipusstufe manifestiert.“ „Vielleicht ist es bald Zeit, in die Zukunft zu blicken und zu fragen, … ob es nicht möglich ist, den Ödipuskomplex, der so lange verleugnet und endlich anerkannt wurde, auch wirklich zu überwinden.“

Fenichel

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