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Sachs, H. (1932). Aus der psychoanalytischen Literatur: Jones, Ernest: On the Nightmare. The International Psy-choanalytic Library No. 20. Published by Leonard and Virginia Woolf at the Hogarth Press, London 1932.. Imago, 18(3-4):564-566.

(1932). Imago, 18(3-4):564-566

REFERATE

Aus der psychoanalytischen Literatur: Jones, Ernest: On the Nightmare. The International Psy-choanalytic Library No. 20. Published by Leonard and Virginia Woolf at the Hogarth Press, London 1932.

Review by:
Hanns Sachs

Ein wesentlicher Teil dieses Buches (Part II und IV) ist bisher nur in deutscher Sprache veröffentlicht worden („Der Alptraum in seiner Beziehung zu gewissen Formen des mittelalterlichen Aberglaubens.“ Schriften zur angewandten Seelenkunde, Heft XIV) und hat erst jetzt, allerdings vermehrt und bereichert, den Rückweg in die Heimatsprache gefunden.

Der erste Eindruck eines solchen Werkes auf den Leser ist wohl die Verblüffung über die Energie, die Ausdauer und den Scharfsinn, durch die es gelungen ist, Materialien aus allen Entwicklungsschichten der Menschheit, aus allen Zeiten und von allen Völkern, aus den Arbeitsgebieten und Problemstellungen der verschiedensten Wissenschaften — Geschichte, vergleichende Sprachenkunde, Religionswissenschaft und Ethnologie seien nur als kleine Musterkarte angeführt — zu finden, zusammenzutragen und zu sichten. An diesen ersten Eindruck schließt sich ein späterer, bleibender, nämlich daß es sich nicht um einen losgelassenen wissenschaftlichen Sammeltrieb handelt, sondern daß dies alles Mittel zu einerp Zweck ist und einem planvollen Aufbau dient. Von allen verwirrenden Seitenwegen führt uns der Verfasser stets auf die Hauptstraße seines Themas zurück. Dieses Grundthema gehört ganz der Analyse zu, und der Analytiker wird dadurch — abgesehen von zahlreichen Anregungen durch Einzelheiten aus Gebieten, die ihm sonst nur schwer zugänglich sind — auf neue Seiten seiner Wissenschaft aufmerksam gemacht.

Vor allem wird die methodische Richtigkeit und große Fruchtbarkeit der Verwendung der „Tiefenpsychologie“ zum Verständnis von Glauben und Aberglauben beim sozialen ebenso wie beim individuellen Phänomen durch die Tat aufs bündigste bewiesen. Insbesondere der Zusammenhang aller aus der Angst entsprungenen und mit Angst durchsetzten Phantasien mit verdrängten (infantilen) Sexualregungen wird überzeugend dargetan, so daß an dieser Grundtatsache künftighin kein Unvoreingenommener zweifeln kann.

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