Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To save a shortcut to an article to your desktop…

PEP-Web Tip of the Day

The way you save a shortcut to an article on your desktop depends on what internet browser (and device) you are using.

  • Safari
  • Chrome
  • Internet Explorer
  • Opera

 

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Muschg, W. (1933). Dichtung als archaisches Erbe. Imago, 19(1):99-112.

(1933). Imago, 19(1):99-112

Dichtung als archaisches Erbe

Walter Muschg

Ein Kind wächst auf in dieser Welt, den Eltern vertrauend, Nahrung und Spiele genießend, der Menschen und des Lichtes froh. Eines Tages zum erstenmal, dann immer öfter und unzweifelhafter wird es die schwankende Fragwürdigkeit des Menschendaseins schmecken: die Nähe von Schmerz und Tod, die blutig brutalen Zwecke hinter dem freundlichen Anschein der Welt. Es stehen seit alters die Tore offen, in die der zur Reife erwachende Mensch sich vor dem Grauen der Erkenntnis retten kann. Das offenste und einladendste von allen ist in Europa seit dem Zerfall der Kirche die Kunst.

Ein Mensch hat sich, dieser breiten Straße folgend, dem liebhaberischen Genuß, der wissenschaftlichen Erforschung der Literatur, vielleicht sogar der Schriftstellerei ergeben (von den Schöpfern im strengsten Sinn ist hier nicht die Rede). Was wird er darin suchen und willkommen heißen? Eben die keusche Reinheit und Gefahrlosigkeit des Lebensaspekts, deren Fehlen in der Realität ihn so tief zurückschreckte und in das Reich der Phantasie hineintrieb. Kunst und Dichtung, so verstanden, sind herrliche Zufluchtsorte vor der grausam handelnden Welt, die schönste Entschädigung für das verlorene Paradies. Kein Wunder, daß sie so fanatisch als das Reich des Schönen, des Maßes, der sichtbaren Harmonie gepriesen werden; immer wieder haben ganze Epochen in diesem unschuldigen Glanz das einzige Recht der Dichtung gesehen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.