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Schaeffer, A. (1933). Noch einmal: Der Feuermythos: Brief an Sigmund Freud. Imago, 19(2):256-259.

(1933). Imago, 19(2):256-259

Noch einmal: Der Feuermythos: Brief an Sigmund Freud

Albrecht Schaeffer

Hochverehrter Herr Professor!

Nachdem die Entdeckung Erlenmeyers im Gesetzbuch des Dchinghis-Khan Sie veranlaßte, auf meine Hypothesen über die Erzeugung der kulturellen Flamme einzugehen und dabei auch meine mythologischen Zusammenhänge durch neue Heranziehungen zu erweitern, erlauben Sie mir gütigst, hierzu noch einmal Stellung zu nehmen und meine Position zu verteidigen — nicht so sehr, als ob es mir darauf ankäme, Recht zu haben, sondern in der Annahme, daß allen Beteiligten, Ihnen wie mir und den Lesern mit der Eröffnung aller Möglichkeiten — Denkbarkeiten, Vorstellbarkeiten — bei einem immerhin so kulturwichtigen Gegenstand wie dem unsrigen gedient ist. Den Lesern insbesondere, für die ja unsere Form der Kontroverse eben nur die Form ist, in der ihnen der Stoff geboten wird. Das Bild daraus stellen sie selber her, indem sie das ihnen Glaubwürdige annehmen.

Daß die Gesetzesstelle des Dchinghis-Khan einen tiefen Grund haben muß, dürfte klar sein, und ebenso die Übereinstimmung mit Ihrer Hypothese. Hier lassen Sie mich gleich einflechten, daß ich heute so wenig wie damals in meinem Aufsatz in der „Psychoanalytischen Bewegung“ die von Ihnen angenommene Tatsache — der sexuellen Beziehung zum Feuer — bezweifle, sondern nur die von Ihnen gezogenen Folgerungen auf die Entstehung des Feuers durch seine Bezähmung.

So habe ich denn an der Stelle des Mongolengesetzes nichts auszusetzen, als daß es keine Auskunft erteilt über seine Herkunft, d. h. ob dieses Gesetz aus Sitte entstand oder aus Religion. Denn soviel scheint mir sicher, daß die Beiden — Sitte, Ethos, einerseits, und Religion, Mythos andrerseits nicht an derselben Stelle im Wesen des Menschen Wurzel haben, — wie es ja das unethische Wesen so vieler, wo nicht aller, Göttergestalten — in Hellas, Germanien, Indien — erhärtet, — wohin ich nicht weiter abzuschweifen gedenke. Doch auch der anscheinend so frühsittliche Charakter des ersten Buches Mosis — Sündenfall und Schuld — ist ja spätere Ausgestaltung.

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