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Kris, E. (1933). Bracken, Ernst von: Die Selbstbeobachtung bei Lavater. Ein Beitrag zur Geschichte der Idee der Subjektivität im 18. Jahrhundert. Universitas-Archiv, Band 66, Philosophische Abteilung, herausgegeben von Siegfr. Behn. Bd. 10, 1932, 102 Seiten.. Imago, 19(2):273-275.

(1933). Imago, 19(2):273-275

Bracken, Ernst von: Die Selbstbeobachtung bei Lavater. Ein Beitrag zur Geschichte der Idee der Subjektivität im 18. Jahrhundert. Universitas-Archiv, Band 66, Philosophische Abteilung, herausgegeben von Siegfr. Behn. Bd. 10, 1932, 102 Seiten.

Review by:
E. Kris

Diese von Erich Rothacker glücklich angeregte aufschlußreiche Arbeit behandelt Lavaters 1771 erschienenes „Geheimes Tagebuch eines Beobachters seiner selbst“, eines der fesselndsten psychologischen Dokumente der europäischen Literatur.

Die Fragestellung des Verfassers ist geschichtlich gerichtet: Lavater steht an „einer Zeitwende, nämlich vom Pietismus zum Idealismus, dieser sowohl künstlerischen als auch philosophischen Bewegung (S. 8g); er wird „als Vertreter gewisser für jene Epoche typischen Lebensformen“ betrachtet; die These des Verfassers lautet, daß sich gewisse Erscheinungsformen des Idealismus auf ein „eigentümlich werthaftes Erleben der eigenen Subjektivität“ zurückführen lassen, das in Lavaters Tagebuch zuerst auftaucht.

Bei der phänomenologischen Durcharbeitung des Tagebuches sind alle Beziehungen zu einer im engeren Sinne psychologischen Fragestellung ausgeschaltet worden. Nur eingestreut ist der beiläufige Hinweis auf die Übereinstimmung von Lavaters Verhalten mit der Introversion nach C. G. Jung. Wo der Verfasser seine eigene psychologische Auffassung durchschimmern läßt, scheint sie der der Psychoanalyse näher zu stehen, als man zu erwarten bereit war. Im Anschluß an eine Stelle des Tagebuches bemerkt er:

“Die paulinische Psychologie spricht deutlicher (sc. als Lavater, für den das Wort Herz eine Allegorie ist) von dem ‚Gesetz in meinen Gliedern‘ und dem ‚Gesetz in meinem Gemüt.‘ Das Problem liegt hier in der Richtung des Ichgefühls. Denn wenn das Herz eine Allegorie ist, so könnte man vermuten, daß also auch das Ich eine Allegorie sei. Wir würden die Lösung in der Richtung des Ichs als einer synthetischen Funktion (von uns gesperrt) suchen.“

Diese Übereinstimmung mit dem von Nunberg in die psychoanalytische Literatur eingeführten Terminus mag eine durchaus beiläufige sein; da sie aber auf eine mögliche Konvergenz der Grundauffassung schließen läßt, sei sie hervorgehoben.

In

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