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Hermann, I. (1933). Yerkes, Robert M: Genetic aspects of grooming, a socially important primate behaviour pattern. Journ. of soc. psychology, IV, 1, 1933. S. 3-25.. Imago, 19(3):430-432.

(1933). Imago, 19(3):430-432

Yerkes, Robert M: Genetic aspects of grooming, a socially important primate behaviour pattern. Journ. of soc. psychology, IV, 1, 1933. S. 3-25.

Review by:
I. Hermann

Die Säuberung (Lausen, grooming) bildet eine besonders bei den Schimpansen und den kleineren Affen der alten Welt sehr verbreitete „soziale Tätigkeitsform. Als Grundtypus wird die Säuberung der Schimpansen angenommen und folgenderweise beschrieben: „ … die wesentlichen Züge sind visuelles Beobachten, Absuchen und Bearbeitung der Haut und Haare eines Kameraden mit Fingern und Lippen, Entfernen von Schmutz, Schorf, Parasien und anderen äußeren Gegenständen und deren Zuführung zum Mund des Säuberers; dessen Lippen, Zunge und Kinnladen können unterdessen bewegt werden, begleitet von Lautproduktionen, als ob vorausgeahnt würde, daß es etwas zum Schlucken geben werde. Gewöhnlich folgt auch das Verschlucken, wenn nur der Gegenstand nicht unangenehm ist.“ In der Säuberung entladen sich unverständlich starke Affekte; die beiden, die sich gegenseitig säubern, stehen zueinander in einem Vertrauensverhältnis, der eine leistet einen Dienst für den anderen.

Yerkes, der sich auf Köhler und Zuckerman beruft, sieht in dieser Tätigkeit eine eminent sozial-altruistisch eingestellte Gewohnheit und legt eben darum Gewicht auf die Erforschung ihrer Phylo- und Ontogenese. Er kommt zur Hypothese, daß die Säuberung hereditär verankert, eine „natürliche“ und keine „kulturelle Tätigkeit sei, wenn auch Erfahrung bei ihrer Ausgestaltung mithelfen kann.

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