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Bergler, E. (1933). Laforgue, René: Misère de l'homme. Récit. Paris, Denoël et Steele. 1932. 342 Seiten.. Imago, 19(4):551-552.

(1933). Imago, 19(4):551-552

Laforgue, René: Misère de l'homme. Récit. Paris, Denoël et Steele. 1932. 342 Seiten.

Review by:
E. Bergler

Ein psychoanalytischer Roman von einem Psychoanalytiker verfaßt, ruft im ersten Augenblick bei jedem von uns ein Stück affektiver Abwehr hervor, die rationalisiert in Form des Einwandes, ein solcher Roman sei eine contradictio in adjecto, bewußt wird. Diese affektive Abwehr beruht meist darauf, daß die Gegner der Analyse dieser die wissenschaftliche Basis absprechen und sie, bestenfalls bagatellisierend, als literarische Angelegenheit gelten lassen, d. h. nicht ernst nehmen wollen. Diese ironisierende Einstellung der Außenwelt ruft wieder beim Analytiker ein Stück ubw Abwehr hervor, die sich im Überbetonen der Wissenschaftlichkeit äußert. Gelingt es aber, von dieser affektiven Abwehr zu abstrahieren, bleiben noch immer recht triftige Gründe gegen die Berechtigung des analytischen Romans bestehen. Und zwar: im Roman müssen zum Zwecke der Verständlichmachung die komplizierten Vorgänge einer Analyse notwendigerweise simplifiziert werden. Oder: die Tatbestände werden bis in alle Einzelheiten wiedergegeben, dann müssen wieder die Erklärungen und Deutungen „gemildert“ sein, da sie die Außenwelt nicht glauben kann und der Romancier auf seine Leser Rücksicht nehmen muß. Denn die ubw Tatbestände sind für den Laien, für den der Roman bestimmt ist, so unwirklich, daß zwischen der Scylla, der bis an die Grenze der Lächerlichkeit gehenden Unwahrscheinlichkeit für den Laien, und der Charybdis der simplifizierenden, allzu konzessionsbereiten Retusche schwer ein Mittelding zu finden ist.

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