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Schimideterg, W. (1933). Reit, Theodor: Der unbekannte Mörder. Von der Tat zum Täter. Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1932. 182 Seiten.. Imago, 19(4):561-563.

(1933). Imago, 19(4):561-563

Reit, Theodor: Der unbekannte Mörder. Von der Tat zum Täter. Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1932. 182 Seiten.

Review by:
Walter Schimideterg

Während sich die psychoanalytische Literatur bisher auf die Verbrecherpsychologie, Verbrecherprophylaxe und -therapie, den Strafvollzug und die Strafrechtsreform erstreckte, versucht R. in der vorliegenden Untersuchung auch zu dem Problem des unbekannten Verbrechers Stellung zu nehmen und so ein neues bisher unerforschtes Gebiet der Kriminologie ins Licht analytischer Forschung zu rücken.

Die kriminalistische Spurendeutung der Indizien und die psychoanalytische Deutungsarbeit suchen beide verborgene Sachverhalte ans Licht zu bringen. Während die Kriminologie behauptet, hierbei mit „logischen“ Überlegungen zu arbeiten, zeigt R., daß man sich in Wahrheit psychologischer Argumentationen bedient; schon das Tatmotiv verlangt psychologische Klärung. Er sieht aber im Gegensatz zu anderen Autoren, wie Alexander, Staub und Fromm, nicht den Gerichtssaal als die gegebene Domäne der Psychoanalyse an, da sie auf einer andern Ebene liegt als die anderen Kriminalwissenschaften, z. B. die forensische Chemie oder Graphologie; während diese der materiellen Realität angehören, erstrecken sich die Untersuchungen des Analytikers nur auf die psychische Realität. R. geht nun zunächst auf den Selbstverrat des Verbrechers über, und nach den Worten Freuds, daß kein Sterblicher ein Geheimnis verbergen könne, zeigt er uns in den Kapiteln von der „Improvidenz des Täters“ und der „Visitenkarte des Verbrechers“ an der Hand von reichem und interessantem Material diese Tendenz zum Selbstverrat. Im Kapitel der „Rückkehr zum Tatorte ist dieses zwanghafte Verhalten als Wiederholungszwang, als Bestreben, die Tat seelisch zu bewältigen, und als Geständniszwang (ich weiß etwas, was du nicht weißt) erklärt. Die Strenge des irdischen Gerichtes ist nichtig gegen die Pein, die das Über-Ich über den Mörder verhängt. Die heimliche Bundesgenossenschaft der äußeren Verfolgung und der Verfolgung durch das Über-Ich („Es ist jemand hinter mir her und das bin ich“, sagte einmal ein vielfacher Mörder) bedient sich einer Geheimsprache, von der das Ich nichts weiß; es sind die unbewußt produzierten Indizien.

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