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Mann, T. (1936). Freud und die Zukunft. Imago, 22(3):257-274.
    

(1936). Imago, 22(3):257-274

Freud und die Zukunft

Thomas Mann

Festvortrag im Wiener Akademischen Verein für medizinische Psychologie zu Sigmund Freuds 80. Geburtstag

Meine Damen und Herren! Was legitimiert einen Dichter, den Festredner zu Ehren eines großen Forschers zu machen? Oder, wenn er die Gewissensfrage auf andere abwälzen darf, die glaubten, ihm diese Rolle übertragen zu sollen: wie rechtfertigt es sich, daß eine gelehrte Gesellschaft, in unserem Fall eine Akademische Vereinigung für medizinische Psychologie, nicht einen ihres Zeichens, einen Mann der Wissenschaft bestellt, damit er den hohen Tag ihres Meisters im Worte begehe, sondern einen Dichter, das heißt also doch einen Menschengeist, der wesentlich nicht auf Wissen, Scheidung, Einsicht, Erkenntnis, sondern auf Spontaneität, Synthese, aufs naive Tun und Machen und Hervorbringen gestellt ist und so allenfalls zum Objekt förderlicher Erkenntnis werden kann, ohne seiner Natur und Bestimmung nach zu ihrem Subjekt zu taugen? Geschieht es vielleicht in der Erwägung, daß der Dichter als Künstler, und zwar als geistiger Künstler, zum Begehen geistiger Feste, zum Festefeiern überhaupt berufener, daß er von Natur ein festlicherer Mensch sei als der Erkennende, der Wissenschaftler? — Ich will dieser Meinung nicht widersprechen. Es ist wahr, der Dichter versteht sich auf Lebensfeste; er versteht sich sogar auf das Lehen als Fest, — womit ein Motiv zum erstenmal leise und vorläufig berührt wird, dem es bestimmt sein mag, in der geistigen Huldigungsmusik dieses Abends eine thematische Rolle zu spielen.

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