Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To open articles without exiting the current webpage…

PEP-Web Tip of the Day

To open articles without exiting your current search or webpage, press Ctrl + Left Mouse Button while hovering over the desired link. It will open in a new Tab in your internet browser.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Rank, O. (1915). Fehlleistungen aus dem Alltagsleben: 4. Ein determinierter Fall von Finden. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(3):157-158.

(1915). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(3):157-158

Zur Psychopathologie des Alltagslebens

Fehlleistungen aus dem Alltagsleben: 4. Ein determinierter Fall von Finden

Otto Rank

Ein materiell von seinen Eltern abhängiges junges Mädchen will sich ein billiges Schmuckstück kaufen. Sie fragt im Laden nach dem Preise des ihr zusagenden Objekts, erfährt aber zu ihrem Betrüben, daß es mehr kostet, als ihre Ersparnisse betragen. Und doch sind es nur zwei Kronen, deren Fehlen ihr diese kleine Freude verwehrt. In gedrückter Stimmung schlendert sie durch die abendlich belebten Straßen der Stadt nach Hause. Auf einem der stärkst frequentierten Plätze wird sie plötzlich — obwohl sie ihrer Angabe nach tief in Gedanken versunken war — auf ein am Boden liegendes kleines Blättchen aufmerksam, das sie eben achtlos passiert hatte. Sie wendet sich um, hebt es auf und bemerkt zu ihrem Erstaunen, daß es ein zusammengefalteter Zweikronenschein ist. Sie denkt sich: das hat mir das Schicksal zugeschickt, damit ich mir den Schmuck kaufen kann, und macht erfreut kehrt, um diesem Wink zu folgen. Im selben Moment aber sagt sie sich, sie dürfe das doch nicht tun, weil das gefundene Geld ein Glücksgeld ist, das man nicht ausgeben darf.

Das Stückchen Analyse, das zum Verständnis dieser „Zufallshandlung“ gehört, darf man wohl auch ohne persönliche Auskunft der Betroffenen aus der gegebenen Situation erschließen. Unter den Gedanken, die das Mädchen beim Nachhausegehen beschäftigten, wird sich wohl der ihrer Armut und ma-teriellen Einschränkung im Vordergrunde befunden haben, und zwar, wie wir vermuten dürfen, im Sinne der wunscherfüllenden Aufhebung ihrer drückenden Verhältnisse.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.