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(1915). Varia. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(4):248-256.

(1915). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(4):248-256

Varia

Nietzsche über das „Vergessen“

(„Genealogie der Moral“, S. 41.)

„Vergeßlichkeit ist keine bloße vis inertiae, wie die Oberflächlichen glauben, sie ist vielmehr ein aktives, im strengsten Sinne positives Hemmungsvermögen, dem es zuzuschreiben ist, daß was nur von uns erlebt, erfahren, in uns hineingenommen wird, uns im Zustande der Verdauung (man dürfte ihn „Einverseelung“ nennen) ebenso wenig ins Bewußtsein tritt, als der ganze tausendfältige Prozeß, mit dem sich unsere leibliche Ernährung, die sogenannte „Einverleibung“, abspielt. Die Türen und Fenster des Bewußtseins zeitweilig schließen; von dem Lärm und Kampf, mit dem unsre Unterwelt von dienstbaren Organen für und gegen einander arbeitet, unbehelligt bleiben; ein wenig Stille, ein wenig tabula rasa des Bewußtseins, damit wieder Platz wird für Neues, vor allem für die vornehmeren Funktionen und Funktionäre, für Regieren, Voraussehen, Vorausbestimmen (denn unser Organismus ist oligarchisch eingerichtet) — das ist der Nutzen, der, wie gesagt, aktiven Vergeßlichkeit einer Türwärterin, gleichsam einer Aufrechterhalterin der seelischen Ordnung, der Ruhe, der Etikette; womit sofort abzusehen ist, inwiefern es kein Glück, keine Heiterkeit, keine Hoffnung, keinen Stolz, keine Gegenwart geben könnte ohne Vergeßlichkeit.

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