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Reik, T. (1915). Max Scheler: Zur Phänomenologie und Theorie der Sympathiegefühle und von Liebe und Haß, Halle a. S. 1913. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(5):306-309.

(1915). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(5):306-309

Max Scheler: Zur Phänomenologie und Theorie der Sympathiegefühle und von Liebe und Haß, Halle a. S. 1913

Review by:
Theodor Reik

Es würde den dieser Zeitschrift gesteckten Rahmen weit überschreiten, wollte ich diese interessante and bedeutungsvolle Schrift in ihrem vollen Inhalte würdigen. Hier möge nur Platz finden, was vom Standpunkte des Psychoanalytikers über Schelers Darstellung und Kritik der Freudschen Libido-theorie gesagt werden muß. Bei der Besprechung der Mitleids- und Liebesgefuhle unterscheidet der Autor vier Theorien, welche er als „die naturalistische Theorie der Liebe“ zusammenfaßt: 1. die Theorien, die Liebe aus dem Mitgefühl erklären, 2. die Theorien, welche das Mitgefühl aus dem sozialen Instinkt verständlich machen wollen, 3. die vom Positivismus (zuerst von L. Feuerbach) aufgestellte geschichtsphilosophische Gedankenreibe und 4. die „ontogenetische Theorie der Liebe, welche Freud geschaffen hat „und die — wäre sie wahr — alles, was wir sagten, illusorisch machen würde“. Die naturalistische Theorie habe ihren Schlußstein und ihre einheitliche Ge-schlossenheit durch die Psychoanalyse erhalten. Ihr diesbezügliches Hauptwerk sei die Arbeit Freuds „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“.“ Neuerdings wende sich die Schule wieder zu ihrem geschichtsphilosophischen Ausgangspunkte zurück, soferne sie ihre Grundsätze „auch zum historischen Verständnis der Mythen, der Religion, der Rechtsbildungen anwendet“.

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