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Hitschmann, E. (1915). J. Kollarits: Über positiven Schmerz und negative Lust bei Neurasthenie und bei Schopenhauer. (Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psych., 29. Bd., 3.-4. Heft.). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(6):370-371.

(1915). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(6):370-371

J. Kollarits: Über positiven Schmerz und negative Lust bei Neurasthenie und bei Schopenhauer. (Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psych., 29. Bd., 3.-4. Heft.)

Review by:
E. Hitschmann

Viele Neurastheniker klagen, „das Leben habe keinen Zweck“, „das Essen, die Defäkation mache ihnen kein Vergnügen“, „sie hätten kein positives Vergnügen“, „die Ejakulation sei ihnen nur etwas Negatives, wie jeder Genuß“ und ähnliches: was etwa heißen solle, daß der Schmerz sehr peinlich sei, der Genuß aber wenig Freude mache. Schopenhauers Philosophie behauptet Analoges und der Autor sieht die gemeinsame, unbewußte Ursache dieser Anschauungen in Depression; Schopenhauer habe also aus dem Brunnen der Neurasthenie geschöpft. Charakter und Nervositätsart bestimmen sogar die abstrakten, wissenschaftlichen und speziell die philosophischen Gedanken des Gelehrten. „Viele Neurastheniker verfallen auf solche Grübeleien, die, reichlicher ausgestattet und vollkommen ausgearbeitet, einen Grundboden für höchste Philosophie abgeben können. Nicht-Neurastheniker grübeln selten über solche Fragen…“ „Es gibt also einen Unterschied zwischen philosophischer Wahrheit und wissenschaftlicher Wahrheit.“ Referent weist auf seine Psychoanalyse Schopenhauers (Imago, 1913) hin, eine Arbeit, die sich gründlicher bemüht, die Subjektivität und Psychogenese von Schopenhauers Pessimismus, Willenslehre, Ethik und Metaphysik zu erweisen und den Trieb zur Philosophie überhaupt abzuleiten.

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