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Kardos, M. (1919). Zur Traumdeutung. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 5(4):299-300.

(1919). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 5(4):299-300

Zur Traumdeutung

M. Kardos

1. Zwei Inzestträume

Ein wegen psychischer Impotenz in psychoanalytischer Behandlung stehender Patient bringt als ersten Traum in die Behandlung, daß er vom Koitus mit seiner älteren Schwester geträumt habe und infolge einer Pollution erwacht sei; Angst hat er dabei nicht empfunden. In der nächsten Behandlungsstunde berichtet er den folgenden Traum: „Ich stehe mit meiner Schwester auf dem Balkon unseres Hauses (hier wird ein Detail, als in diesen Zusammenhang nicht gehörig, bei der Wiedergabe ausgelassen). Im Zimmer ist meine Mutter. Der Balkon fängt an, auf und nieder zu schwingen. Ich sage meiner Schwester, sie solle zurückkommen, weil ich Angst habe. Dabei denke ich, habe ich wirklich immer bei solchem Anlaß Angst, oder nur diesmal?, beruhige mich aber damit, daß ich immer Angst habe. Darauf erwache ich mit Angst und Erektion.“

Dieser Traum scheint in mehrfacher Beziehung lehrreich. Vor allem bringt er eine schöne Bestätigung der Deutungsregel, daß, wenn eine Person im Traume bei einer Handlung oder Situation als unbeteiligter Zuschauer daneben steht, dies soviel heißt, als: das alles beziehe sich in Wirklichkeit auf jene Person. So erklärt sich, warum bei dem ersten unverhüllten Angsttraum mit der Schwester keine Angst auftritt, sondern bei dem zweiten, der, wenn auch schwach — das gemeinsame Auf- und Kiederschwingen bedeutet natürlich den Koitus — verhüllt ist. Im ersten Traum ist eben das eigentliche Objekt der Angstwünsche des Träumers weggeblieben und durch die Schwester vertreten worden, die ihr Anrecht auf diese Vertretung nicht dadurch erworben hat, daß sie — wie sonst häufig — der erste Mutterersatz gewesen ist, sondern lediglich dadurch, daß sie denselben Vornamen wie die Mutter trägt (sowie durch andere infantile Determinanten, die nicht in diesen Zusammenhang gehören). Die Angst tritt deshalb erst auf, als der Phantasie des Träumers der Gegenstand seiner verdrängten Wünsche in eigener Person gezeigt wird.

Ferner läßt sich an diesem Traume das Walten der Zensur, das sonst mit der Durchsetzung des Verdrängten zu einer Kompromißleistung verschmolzen ist, sozusagen in dreizeitiger Zerlegung studieren.

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