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Nunberg, H. (1920). Über den katatonischen Anfall. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(1):25-49.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(1):25-49

Über den katatonischen Anfall

H. Nunberg

(Nach einem Vortrag in der Wiener psychoanalytischen Vereinigung.)

Die psychoanalytische Durchforschung der narzißtischen Neurosen stößt auf Schwierigkeiten, die bei den Übertragungsneurosen nicht anzutreffen sind. Der Grund hiefür dürfte nicht nur in der Abkehr dieser Kranken von der Außenwelt zu suchen sein, denn es kommen mitunter Fälle vor, die vorübergehend ein starkes Mitteilungsbedürfnis haben, viel sprechen und auch verstanden werden wollen. Nur verstehen wir sie im großen und ganzen wenig, erstens weil ihre Sprache in vielem von derjenigen der Gesunden abweicht, zweitens kommen häufig so weitgehende Regressionen vor, daß anstatt Wortbildungen sich Aktionen als Ausdrucksbewegungen einstellen, welche dem Beobachter als sinnloses Spiel imponieren. Ferner ist als eine sehr wichtige Störung eine Art von Übertragung zu betrachten, die sich leicht in einen Verfolgungswahn umsetzen kann, so daß der Kontakt mit dem Patienten verloren geht. Bei einiger Vorsieht ist es jedoch möglich — in günstigen Fällen —, diese gefährliche Klippe zu umgehen.

Bei allen diesen, kaum angedeuteten Schwierigkeiten, sind jedoch andere Momente vorhanden, die das Eindringen in die Psyche des Schizophrenen manchmal sogar leichter gestatten als in diejenige des Psychoneurotikers. Soweit meine Erfahrung reicht, stellt sich nämlich in nicht zu weit fortgeschrittenen Fällen — vielleicht sogar regelmäßig im Anfangsstadium, wenn man alle ganz frischen Fälle zu sehen bekäme — eine überaus scharfe Selbstbeobachtung ein, die mit einem gesteigerten Erinnerungsvermögen einhergeht.

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