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Hermann (1920). W. Stern, Die Psychologie und der Personalismus. (Zeitschrift für Psychol., 1917, Bd. 78, Heft 1-2, S. 1-54.). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(2):174.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(2):174

W. Stern, Die Psychologie und der Personalismus. (Zeitschrift für Psychol., 1917, Bd. 78, Heft 1-2, S. 1-54.)

Review by:
Hermann

W. Stern ist einer der führenden modernen Psychologen Deutschlands. Sein Arbeitsfeld bilden ganz besonders die Kinderpsychologie und die angewandte Seelenlehre, also Gebiete, welche mit der Psychoanalyse zahlreiche Berührungspunkte aufweisen.

Stern entwickelt in dieser Abhandlung die psychologischen Folgen seines philosophischen Standpunktes, des sogenannten „kritischen Personalismus“. Das Gebiet des Psychischen sowie des Physischen soll in je vier Unterabteilungen gegliedert werden. Dort heißen diese Unterabteilungen 1. psychische Phänomene, 2. unbewußte, richtiger überbewußte Akte, 3. ebensolche Dispositionen, endlich 4. das Ich; im Gebiete des Physischen kennt er 1. physische Phänomene, 2. zielstrebige Tendenzen, 3. Dispositionen und 4. den Organismus. Organismus und Ich treffen sich als psychologisch-neutrale Realitäten im einheitlichen Begriffe der realen Person. „Person ist ein solches Existierendes, das trotz der Vielheit der Teile eine reale eigenartige und eigenwertige Einheit bildet und trotz der Vielheit der Teilfunktionen eine einheitliche zielstrebige Selbsttätigkeit vollbringt.“

Was das Bewußtsein anbelangt, soll nicht nur gefragt werden, was es ist (durch Selbstbeobachtung zu beantworten), sondern auch, was es bedeutet, d. h. was dem Bewußtsein zu Grunde liegt. Diese letztere Frage wird aber nur mit Hilfe eines außerpsychologischen Telos, eben mit dem Begriffe der Person, beantwortbar. Die Bewußtseinserlebnisse müssen, um verständlich zu werden, „in ihnen symbolischen Beziehungen zu den Zwecken der Persönlichkeit“ erfaßt werden. Bei dieser Feststellung wird in einer Anmerkung auf die Psychoanalyse hingewiesen; sie wird aber oberflächlich und einseitig genannt, da ihr keine philosophische Besinnung vorausging und aus der gesamten Struktur der Person nur das Sexualgebiet herausgegriffen wurde.

Nun können wir beruhigt entgegnen, daß die Psychoanalyse, namentlich in der Trieblehre, auch ohne philosophische Besinnung zur Würdigung des Telos gelangt ist; die zweite Einwendung Sterns gegen die Psychoanalyse ist eine ständig wiederkehrende, beruhend auf einer ständig wiederkehrenden Mißdeutung der Freudschen Lehren.

Dr. Hermann.

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