Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To review an author’s works published in PEP-Web…

PEP-Web Tip of the Day

The Author Section is a useful way to review an author’s works published in PEP-Web. It is ordered alphabetically by the Author’s surname. After clicking the matching letter, search for the author’s full name.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

(1920). 9. Joh. Heinr. Pestalozzi und der Traum. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):353.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):353

9. Joh. Heinr. Pestalozzi und der Traum

In der illustrierten schweizerischen Schülerzeitung „Der Kinderfreund“, im Auftrag des Schweiz. Lehrervereines von der Jugendschriftenkommission herausgegeben, 30. Jahrg. (1914), Nr. 12, steht das folgende Geschichtchen von Joh. Heinr. Pestalozzi, welches zeigt, daß dieser tiefe Geist, der wie kaum ein zweiter in die Geheimnisse der Menschennatur eingedrungen ist, direkt als Vorläufer wichtigster psychoanalytischer Erkenntnisse bezeichnet werden darf:

Der Schneidertraum

„Wollt Ihr mich heute nicht als Lehrling annehmen?“ — Also sagte Jakob Trüb zum Schneider Mellhorn.

Meister Mellhorn antwortete: „Jakob! Was hast du letzte Nacht geträumt?“ — „Mir hat geträumt,“ erwiderte Jakob, „ich habe in eine Lotterie gesetzt und vieles gewonnen.“

Der Meister versetzte: „Jakob, heute nehme ich dich nicht an.“

Am anderen Morgen fragte der Junge wieder das nämliche, und so fünf Tage nacheinander. Aber allemal, wenn er seinen Traum erzählt hatte, antwortete der Meister: „Ich nehme dich heute nicht an.“

Am sechsten Tage erzählte Jakob: „Heute träumte mir, ich sitze auf einem Schneiderstuhl und schwitze den ganzen Tag bei meiner Arbeit, daß mir die Tropfen von Stirn und Wange auf meine Kleider herabfallen, und am Abend, da ich endlich meine Nadel hingelegt hatte, fand ich sie ganz golden.“

„Gut!“ sagte der Meister, „das ist der Schneidertraum, wie ihn ein Junge träumen muß, ehe man ihn annimmt.“

In der gleichen Zeitschrift, Jahrg. 36 (1920), Nr. 2, findet sich nachfolgendes Gedichtchen, welches ebenfalls das Thema: „Der Traum als Wunscherfüllung“ behandelt.

Der Traum Von Viktor Blüthgen

Es war ein niedlich Zeiselein,

Das träumte nachts im Mondenschein:

Es säh am Himmel Stern bei Stern,

Davon war' jeder ein Hirsekern,

Und als es geflogen himmelauf,

Da pickte das Zeislein die Sterne auf.

Piep —

Wie war das im Traume so lieb!

Und als die Sonne beschien den Baum,

Erwachte das Zeislein von seinem Traum.

Es wetzte das Schnäbelchen her und hin

Und sprach verwundert in seinem Sinn:

„Nun hab' ich gepickt die ganze Nacht

Und bin doch so hungrig aufgewacht!

Ping —

Das ist mir ein närrisches Ding!“

(W. Hofmann-Zürich.)

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.