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Feldmann, S. (1920). Adolf Gerson, Die Scham. Beiträge zur Physiologie, zur Psychologie und zur Soziologie des Schamgefühles. Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung, Bd. I, Heft 5. (A. Marcus & E. Webers Verlag, Bonn.). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):368-369.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):368-369

Adolf Gerson, Die Scham. Beiträge zur Physiologie, zur Psychologie und zur Soziologie des Schamgefühles. Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung, Bd. I, Heft 5. (A. Marcus & E. Webers Verlag, Bonn.)

Review by:
S. Feldmann

Gerson geht von den zwei charakteristischen äußerlichen Symptomen des Schamgefühles aus, vom schamhaften Augenschluß und vom Erröten. Er stellt sich die Aufgabe, die Phylogenese der Scham zu entdecken. Der schamhafte Augenschluß soll beweisen, daß das Schamgefühl „wesentlich auf einer Hemmung des Selbstbewußtseins beruht“. Warum? Unsere Neugierde wird getäuscht, wenn wir erfahren, daß deshalb, weil auch beim Schlaf die Augen geschlossen sind und während des Schlafes unser Selbstbewußtsein auch gehemmt ist. Was soll das Selbstbewußtsein bedeuten? In einer Note gesteht der Autor selbst, daß „die Lehre vom Selbstbewußtsein bei Psychologen und Psychiatern noch in der Entwicklung, und die Aussichten über dasselbe sind wenig geklärt“. (?) Von einer psychoanalytischen Betrachtung des Unbewußten keine Spur. Der Augenschluß ist aber nur dann als ein Zeichen der Scham zu betrachten, wenn dabei auch das Erröten entsteht. Zur Erklärung des Errötens benützt Gerson die durch Darwin konstruierte Urhorde, wo das Oberhaupt, der stärkste Mann, die schwächeren in Gehorsam hält und sie unterdrückt. Diese müssen ihm dienen und er hat das Recht über alle Weiber. „Die jüngeren Männer benützen widerrechtlich seine Waffen und Geräte und seine Weiber geben sich heimlich den jüngeren Männern hin.“ Da es noch keine Sprache gab, mußte das Oberhaupt ein äußeres Kennzeichen haben, um den Sünder feststellen zu können. Beim Verdacht oder Ertappen des Schuldigen wurde der Betreffende zornig und sein Gesicht — eventuell entstand auch ein Kampf — errötete. Im Laufe der Zeit wurden die übrigen Zeichen des Zornes unterdrückt und das Erröten blieb. Und da der Schuldige dabei erschrak, so haben wir die Hemmung des Selbstbewußtseins in Assoziationsverbindung mit dem Erröten. So entstand nach Gerson aus dem Zornreflex der Schamreflex. Und damit meint der Autor die Phylogenese der Scham angegeben zu haben.

Der Verfasser bespricht gesondert die Psychologie, die Physiologie und gesondert die Soziologie des Schamgefühles.

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