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Kielholz (1921). E. Bleuler: Schizophrenie und psychologische Auffassungen. Zugleich ein Beispiel, wie wir in psychologischen Dingen aneinander vorbeireden. Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie, Band 76, H. 2. 1920.. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 7(4):485.

(1921). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 7(4):485

E. Bleuler: Schizophrenie und psychologische Auffassungen. Zugleich ein Beispiel, wie wir in psychologischen Dingen aneinander vorbeireden. Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie, Band 76, H. 2. 1920.

Review by:
Kielholz

Der Autor polemisiert gegen Berze, welcher ihn als einen Anhänger des reinsten Assoziationismus im Namen der Aktionspsychologie angegriffen hat. Er lehnt es kategorisch ab, in dieser Weise klassifiziert zu werden. Die nicht aus der sinnlichen Erfahrung stammenden Ideen, ordnenden Vorstellungen, Intentionsschemata, ordnenden Regeln, die Berze neben den Assoziationen als zum Denken und zur Begriffsbildung notwendig annimmt, rechnet Bleuler teilweise zum Erlebnismaterial resp. zu den daraus entstandenen Assoziationen, teils weist er auf die Affektivität und die Triebe als mitbestimmende Prinzipien hin.

Die Annahme einer Zentralfunktion im Gehirnstaram als Quelle der Vereinheitlichung der Psyche betrachtet er als überflüssig; er bezweifelt, ob nicht auch die Rinde Energie produzieren könne.

Bei der Auffassung der Schizophrenie als eines Prozesses, der auf verminderter Assoziationsspannung beruhen soll, handelt es sich nach Bleuler nur um eine Verschiedenheit der Nuance von der Konzeption der Aktivitätspsychologen.

Gegen die Erklärung der schizophrenen Assoziationsstörung durch eine Entgleisung des Willens, wie das Berze versucht, erhebt Bleuler schweren Widerspruch. „Wir waren es ja gerade, die den Sinn im Unsinn bei der Schizophrenie aufgedeckt haben; er liegt aber an einem anderen Ort (als ihn Berze sucht) und der Führer war uns Freu d.“

Der Autor bestreitet auch entschieden, daß es sich bei der Schizophrenie allgemein um eine Verminderung der Energie handle. Es bestünden ja auch gar keine Anhaltspunkte, um die Energie psychischer Vorgänge zu messen und zu vergleichen. Er vermutet aber eine spezielle Schwäche der Assoziationsschaltspannung.

Der größte Teil der Kontroverse Berzes erscheint Bleuler unnötig, er findet sogar eine weitgehende Übereinstimmung der Anschauungen und erblickt die Hauptdifferenz darin, das Berze einen Mechanismus hinter den Erfahrungsassoziationen, von dem er nichts finde, supponiere.

Das Vorbeireden in psychologischen Dingen ist eine allen Psychoanalytikern aus den Diskussionen mit ihren Gegnern nur zu wohl bekannte Erscheinung. Die überlegene, rein sachliche und doch nicht affektlose Art, wie Bleuler sie untersucht und aufklärt, verdient als mustergültig Nachahmung.

Dr. Kielholz.

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