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Kolnai, A. (1922). H. Fehlinger, Die Fortpflanzung der Natur- und Kulturvölker. (Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung, 1920/21, Heft 4.). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 8(1):89.

(1922). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 8(1):89

H. Fehlinger, Die Fortpflanzung der Natur- und Kulturvölker. (Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung, 1920/21, Heft 4.)

Review by:
A. Kolnai

Vom sexualpsychologischen und neurologischen Gesichtspunkte aus, kommen folgende Bemerkungen des Verfassers in Betracht, die übrigens nicht durchwegs originell sind: Infolge der vermehrten Arbeitsintensität und Mannig-faltigkeit des Kulturlebens büßt darin die Geschlechtsbetätigung von ihrem triebhaften Charakter viel ein und ruft, um sich behaupten zu können, die weitgehende Ausgestaltung der sekundären Geschlechtsmerkmale und sekundärer erotischer Reize überhaupt hervor. Der unvergleichlich größeren Macht der Kulturvölker über die Umwelt ist die Tatsache zu verdanken, daß sie eine rasche Vermehrung aufweisen, während die Naturvölker in Zahl stagnieren, ja auch sinken. Was den neuerlichen Rückgang der Geburtenziffern unserer Zivilisation anlangt, so ist die Anwendung von Präventivmitteln beiweitem nicht dessen einzige Ursache, sondern es kommen auch noch die venerischen Erkrankungen sowie soziale Momente hinzu. Besonders im Hinblick auf letztere ist der Geburtenrückgang eine mehr erfreuliche als verdrießliche Erscheinung, da er mit einer noch erheblicheren Verringerung der Zahl der Todesfälle, mit einer intensiveren Wechselwirkung der Generationen, mit einem gewaltigen Anwachsen des Verantwortlichkeitsgefühls und mit einer durch-greifenden Befreiung der Persönlichkeit einhergeht. Die städtische Bevölkerung ist im Vergleich zu der ländlichen nicht schlechthin als degeneriert zu bezeichnen. Die besonders in der Stadt häufige Spätehe bringt wohl sehr schwere fortpflanzungshygienische Gefahren mit sich, doch sind gegen die Frühehe auch gar nicht unbedeutende Bedenken zu erheben: sie ist, wo sie massenhaft vorkommt, nicht durch das wirtschaftliche Wohlergehen, vielmehr durch Tiefstand und Leichtfertigkeit ermöglicht worden; sie kann einen großen Geburtenaufschwung nebst Erscheinen von Minderwertigen zur Folge haben; sie wird allzuoft in unvorsichtiger Weise, in blinder Hingabe an die oberflächliche sexuelle Anziehung, ohne Rücksicht auf anderweitige Bedingungen des harmonischen Zusammenlebens, das auch rücksichtlich der Nachkommen-schaft so wichtig ist, eingegangen.

A. Kolnai.

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