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Eisler, M.J. (1922). Geburtstraum eines fünfjährigen Knaben. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 8(3):343.

(1922). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 8(3):343

Geburtstraum eines fünfjährigen Knaben

M. J. Eisler

Der kleine R. erzählt eines Morgens seiner Mutter folgenden Traum: „Ich ging vor dir die Treppe hinunter und fiel, du gabst mir einen Stoß, so daß mir schwindelte.“

Den Sinn dieses Traumes werden wir ohne besondere Schwierigkeiten herausfinden, wenn uns die wichtigsten Momente aus der Seelenentwicklung des Knaben zur Zeit, da der Traum vorfiel, gegenwärtig sind. Er hat die sadistisch-anale Stufe offenkundig nicht ganz überwunden und seine Betätigungen äußern sich dementsprechend in der Form von Aggressionen. Vor allem liebt er es, kleinere Spielgenossen anzugehen und zu stoßen. Seine Bewegungslust ist derart ausgesprochen, daß ihm auch die passive Form — gestoßen zu werden — nicht unangenehm sein mag. Die Rolle der Mutter im Traum läßt sich in dieser Umkehrung vielleicht eher begreifen. Alle seine Erfahrungen widersprechen ja in entschiedener Weise einer solchen Tatsache, wie sie der Traum aufweist. Eine Mutter stößt ihr Kind nicht, dessen wird sich der Knabe gewiß überzeugt sein. Nun fügt sich der Traum überdies recht gut in die Gedankenkreise ein, die ihn zurzeit eingehend beschäftigen. Er ahnt bereits das Rätsel seiner Herkunft und indem er die verschiedensten Eindrücke im gleichen Sinne verwertet, will er sich das „Geborenwerden“ oder „Zur-Welt-kommen“ vorstellen. In einer für ihn eigentümlichen Weise versucht er von selbst die Wahrheit herauszufinden, weshalb er mit einer direkten Frage bisher gezögert hat. Diese seine Selbständigkeit, ursprünglich ein analer Zug, leitet schon in die genitale Interessensphäre hinüber. Er will also wie alle Kinder wissen, wieso er auf die Welt gekommen ist. Der Instinkt sagt ihm, daß hieran die Mutter mitbeteiligt ist. Der Traum ist sodann ein schöner Beweis, daß er sich im Unbewußten längst die Überzeugung davon geholt hat. Der Stoß und das Fallen auf der Treppe sind eine symbolische Darstellung der Geburt, welche durch die Begleiterscheinung des Schwindelgefühls ausdrucksvoll gesteigert wird. Das „Vorangehen“ ergänzt das Bild, indem es zugleich die ungemeine Lebhaftigkeit der Traumvorstellung bekräftigt.

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