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Klein, M. (1925). Zur Genese des Tics. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(3):332-349.

(1925). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(3):332-349

Zur Genese des Tics

Melanie Klein

Ich bringe in Nachfolgendem einen Auszug aus einer längeren Krankengeschichte, wobei ich in erster Linie auf das einzugehen beabsichtige, was sich auf den Tic bezieht. Der Tic schien in diesem Falle ein ganz nebensächliches Symptom zu sein und konnte längere Zeit nur mühsam in die Analyse einbezogen werden; trotzdem hatte er eine so zentrale Bedeutung für die ganze Persönlichkeit des Patienten, für die Entwicklung seiner Sexualität, seiner Neurose und seines Charakters, daß mit der analytischen Behebung des Tics im wesentlichen auch die Analyse beendigt war. Ich werde es also nicht vermeiden können, stellenweise auch diese Beziehungen zu berühren.

Der dreizehnjährige Felix zeigte, als er zu mir in Analyse gegeben wurde, durchaus ein Bild dessen, was Alexander den „neurotischen Charakter“ genannt hat. Ohne eigentliche neurotische Symptome war er in seinen intellektuellen Interessen und in seiner sozialen Einstellung sehr gehemmt. Der geistig entschieden gut begabte Knabe besaß außer dem Sport keinerlei Interesse. Sein Verhältnis zu Eltern, Brüdern und Kameraden war ein völlig ablehnendes. Auffallend war auch seine Affektlosigkeit. Ganz nebenbei nur erzählte mir die Mutter, er habe seit einigen Monaten auch einen Tic, der aber nur gelegentlich auftrete, und dem sie (und längere Zeit auch ich) keine besondere Bedeutung beimaß.

Da die Analyse wiederholt unterbrochen wurde und nur wöchentlich dreimalige Behandlung stattfand, erstreckte sie sich mit ungefähr 370 Stunden über einen sehr langen Zeitraum, und zwar 3 ¼ Jahre. Als der Knabe zu mir kam, war er noch in der Vorpubertät; so gestattete mir die lange Behandlungsdauer den Einblick in die Verstärkung aller Schwierigkeiten durch die einsetzende Pubertät.

Ich berichte nun das Wesentlichste aus seiner Entwicklung. Mit drei Jahren wurde beim Knaben ein ärztlicher, wenn auch unblutiger Eingriff am Penis ausgeführt, dessen Zusammenhang mit der Onanie man ihm ganz besonders betont hat. Der Vater hatte es auch nicht an Ermahnungen und Drohungen fehlen lassen, die in dem Knaben den Vorsatz, die Onanie zu meiden, hervorriefen. Es ist ihm aber auch in der Latenzzeit nur zeitweise gelungen, diesen Vorsatz durchzuführen.

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