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Reich (1925). Rivers, W. C.: Von menschlichen Trieben. Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Müller, Leipzig 1925.. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(3):368.

(1925). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(3):368

Rivers, W. C.: Von menschlichen Trieben. Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Müller, Leipzig 1925.

Review by:
Reich

Nach einer längeren Einleitung, die der populär-wissenschaftlichen Darstellung der verschiedenen Sexualtheorien dient, wobei die Freudsche an erster Stelle steht, folgen einige lose aneinandergefügte Aufsätze. 1. „Eine neue Theorie des Küssens.“ Die psychoanalytische Zurückführung des Kusses, der Fellatio und des Cunnilingus auf die Munderotik und die infantile Saugelust wird abgelehnt. Sie seien nicht bloß „zum Vergnügen“ da, sondern dienen einer biologischen Funktion, nämlich der, die Geschlechtsteile des Partners schlüpfrig zu machen. Diese Theorie „würde die Freudianer vor nutzlosem Theoretisieren abhalten“. 2. „Die Ärztinnen zukünftiger Zeiten“, ein etwas antifeministisch gehaltener Artikel über die Unzweckmäßigkeit der Besetzung männlicher Berufe durch Frauen. 3. „Weiteres über Walt Whitmann.“ 4. „Ein neues Merkmal homosexueller Männer.“ Frauen zeigen eine besondere Vorliebe für Katzen; dasselbe soll bei homosexuellen Männern der Fall sein. 5. „Der Künstler und der Wilde“: Im Anschluß an die Rankschen Untersuchungen werden weitere Beziehungen, auch physiognomische, zwischen sexueller Abnormität, Atavismus und Künstlertum aufgezeigt, die aber nicht überzeugend wirken, so wenn z. B. gesagt wird, „der schöpferische Künstler neige naturgemäß zu Gewalthandlungen und Kriegsdienst“. 6. „Rassenmischung und Atavismus“: Bei übergroßer Rassenmischung sollen Atavismus und Entartungen aller Art mitgezüchtet werden. Im Interesse der Eugenik sei es gelegen, mehr „intrarassisch“ als „interrassisch“ vorzugehen. Der „auf die Spitze getriebene Internationalismus“ sei nicht zu empfehlen.

Reich

(Wien)

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