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Lampl, H. (1925). Ein Fall von entlehntem Schuldgefühl: Vortrag in der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung am 28, März 1925. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(4):457-469.

(1925). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(4):457-469

KASUISTISCHE BEITRÄGE

Ein Fall von entlehntem Schuldgefühl: Vortrag in der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung am 28, März 1925

Hans Lampl

Der Patient, ein 42 jähriger Mann, Künstler, hat sich Anfang Juni vorigen Jahres auf eigenartige Weise in meine Behandlung eingeführt: Er stand in sexueller Beziehung zu einer Schülerin. Diese schickte er ihrer Angsterscheinungen wegen zu mir und ich übernahm ihre Behandlung. Bald stellte es sich heraus, daß ihr Lehrer der weitaus schwierigere Patient sei; ich ließ ihm sagen, daß die Herstellung der Patientin nur möglich sei, wenn auch er sich einer Behandlung unterziehe. Daraufhin gestand er, daß er seiner Schülerin eigentlich zur Behandlung geraten hatte, weil er selbst von ihr behandelt werden wollte. Er stellte sich das so vor, daß ein Patient nach kurzer Zeit soviel von der Analyse verstehen müsse, daß er einen anderen behandeln könne. Er selbst hätte sich, wie er sagt, nie dazu entschlossen, einen Arzt aufzusuchen und sich in Behandlung zu hegeben. So wurde sein Wunsch zur Hälfte erfüllt: er ist auf dem Umweg über seine Schülerin zu meinem Patienten geworden.

Rein äußerlich fällt an dem ärmlich gekleideten Patienten, der übrigens bedeutend jünger aussieht als er tatsächlich ist, eine pedantisch ordentliche Art seiner Kleidung auf. Er drückt sich sehr höflich und gewählt aus, zeigt äußerst selten einen Affekt in der Analyse. Hie und da kommt ein leises Stöhnen über seine Lippen, wenn er gerade über besonders schwierige häusliche Angelegenheiten spricht. Von der ersten Stunde an legt er täglich alles auf dem Sofa beim Rommen und Gehen auf das sorgfältigste zurecht.

Von seiner Lebensgeschichte entrollt sich in der Analyse ungefähr folgendes Bild:

Er wurde als der älteste Sohn eines angesehenen Künstlers auf demselben Gebiete, das auch er später beschritt, geboren. Sein Onkel, der Bruder des Vaters, sowie seine Mutter hatten ebenfalls denselben Beruf wie sein Vater, Als er 1¼ Jahre alt war, wurde ein zweiter Knabe geboren, in seinem vierten Lebensjahre ein Mädchen.

Bis zum Eintritt ins Gymnasium waren die Kinder im Elternhaus, dann verreisten die Eltern auf längere Zeit und die beiden Knaben kamen in eine kleine Residenzstadt, besuchten dort die Mittelschule.

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