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Alexander, F. (1926). Neurose und Gesamtpers√∂nlichkeit. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 12(3):334-347.

(1926). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 12(3):334-347

Neurose und Gesamtpersönlichkeit

Franz Alexander

Wenn wir die Entwicklung unserer Anschauungen über die psychoneurotischen Erkrankungen aus einer weiteren Perspektive betrachten, so kann die Linie dieser Entwicklung dadurch gekennzeichnet werden, daß wir die Krankheit immer mehr als die Äußerung des gesamten Menschen betrachten. Ich würde unserer Wissenschaft Unrecht tun, wenn ich ihr diese Bestrebung nicht von Anfang an zusprechen würde. Doch gerade die letzten theoretischen Arbeiten von Freud bedeuten in dieser Richtung einen Fortschritt und haben wesentlich dazu beigetragen, die seelischen Krankheitserscheinungen in allen ihren Beziehungen zur gesamten Persönlichkeit zu verstehen. Die von Freud versuchte Rekonstruktion des Aufbaus des seelischen Apparates ist keine Spekulation. Sie geht aus dem empirischen Material der Neurosenanalysen zwingend hervor, wird immer neu von der Erfahrung bestätigt, wenn man sie auf die einzelnen Fälle anwendet, und zeigt uns den Weg, die feinere Struktur dieses Apparates weiter zu erforschen.

Man könnte die Entwicklungsrichtung der Psychoanalyse auch damit charakterisieren, daß, während anfangs unser Interesse sich in erster Linie auf die verdrängten Inhalte gerichtet hatte, auf die Äußerungen der verdrängten Triebregungen, wir uns allmählich immer mehr mit der Natur der verdrängenden Instanz selbst, mit den Motiven, Richtlinien der Verdrängung befassen. Etwas grob, jedoch das Wesentliche treffend, könnten wir sagen: Im Anfang haben wir das Verdrängte kennen gelernt, heute sind wir im Begriffe, das Verdrängende zu erfassen. Zuerst haben wir die Sprache des Unbewußten in seiner inhaltlichen Bedeutung kennen gelernt, und jetzt versuchen wir, seine Grammatik, seine Konstruktion zu verstehen. Die Formulierung, daß zuerst die Libido untersucht wurde, heute das Ich erforscht wird, ist nicht ganz zutreffend, weil doch die verdrängende Instanz selbst die Libido in ihre Dienste stellt.

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