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PEP-Web Tip of the Day

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Riviere, J. (1929). Weiblichkeit als Maske. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):285-296.

(1929). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):285-296

Weiblichkeit als Maske

Joan Riviere

Jede Richtung, in welche sich die analytische Forschung erstreckte, hat das Interesse von Ernest Jones auf sich gezogen. Da sich nun in den letzten Jahren die Forschung eingehender der Entwicklung des weiblichen Geschlechtslebens zuwandte, finden wir natürlich eine seiner Arbeiten unter den wichtigsten Beiträgen über dieses Thema. Mit der ihm eigenen Gabe, sowohl unsere bisherigen Kenntnisse klarzulegen als auch sie durch eigene Beobachtungen zu ergänzen, behandelt er, wie immer, lichtvoll das Material.

In seiner Arbeit „Die erste Entwicklung der weiblichen Sexualität“ skizziert er ein grobes Schema der weiblichen Entwicklungstypen, die er vorerst in heterosexuelle und homosexuelle einteilt, um nachträglich die homosexuelle Gruppe in zwei Untertypen zu teilen. Er erkennt die grob schematische Natur seiner Einteilung an und setzt eine große Anzahl Zwischentypen voraus. Eine dieser Zwischentypen beschäftigt mich nun in diesen Ausführungen. Im Alltagsleben treffen wir ständig Männer- und Frauentypen, die bei ausgesprochen heterosexueller Entwicklung manifeste Züge des anderen Geschlechtes zeigen. Dies wurde als ein Ausdruck der uns allen innewohnenden Bisexualität angesehen und die Analyse hat uns gezeigt, daß die Verstärkung homosexueller oder heterosexueller Charakterzüge oder Geschlechtsäußerungen vielfach das Endresultat von Konflikten und nicht notwendigerweise Beweis einer angeborenen Triebrichtung ist. Die Differenz zwischen homosexueller und heterosexueller Entwicklung wird mitbestimmt durch die Angstquantitäten und die Verarbeitung, die die Angst in der individuellen Entwicklung gefunden hat.

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