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PEP-Web Tip of the Day

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Klein, M. (1930). Die Bedeutung der Symbolbildung für die Ichentwicklung: Vortrag auf dem XI. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Oxford, Juli 1929. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 16(1):57-72.
    

(1930). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 16(1):57-72

Die Bedeutung der Symbolbildung für die Ichentwicklung: Vortrag auf dem XI. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Oxford, Juli 1929

Melanie Klein

Meine Damen und Herren!

Die folgenden Ausführungen beruhen auf der Annahme eines frühen Entwicklungsstadiums, in dem es zur Aktivierung des Sadismus auf allen Quellgebieten kommt. Diese Phase wird durch die oralsadistische Begierde, die Brust, resp. die Mutter zu fressen, eingeleitet, klingt in der früheren analen Stufe ab und umfaßt nach meinen Erfahrungen die höchste Blüte des Sadismus. Ihr leitendes Streben ist darauf gerichtet, sich den Inhalt des Mutterleibes anzueignen und sie mit allen Mitteln des Sadismus zu zerstören. Diese Phase leitet zugleich auch den Ödipuskonflikt ein. Die bereits beginnende Wirksamkeit des Genitales bleibt zunächst undurchsichtig, da die prägenitalen Triebregungen das Feld beherrschen. Die Tatsache, daß der Beginn des Ödipuskonfliktes unter der Vorherrschaft des Sadismus erfolgt, ist die Grundlage für alle meine weiteren Aufstellungen.

Das Kind erwartet, im Innern der Mutter den Penis des Vaters, Exkremente und Kinder, die es eßbaren Stoffen gleichsetzt, zu finden. Seine frühesten Phantasien vom Koitus der Eltern („Sexualtheorien“) gehen dahin, daß der väterliche Penis, resp. der ganze Vater der Mutter einverleibt wird.

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