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Graber (1932). Salewski, Wilhelm: Die Psychoanalyse Sigmund Freuds. Grundfragen und Konsequenzen. Verlag der Christengemeinschaft, Stuttgart 1931. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 18(3):403.

(1932). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 18(3):403

Salewski, Wilhelm: Die Psychoanalyse Sigmund Freuds. Grundfragen und Konsequenzen. Verlag der Christengemeinschaft, Stuttgart 1931

Review by:
Graber

Die sehr chaotische und wissenschaftsfeindliche Schrift wurde als „Protest gegen die Verleihung des Goethe-Preises an Sigmund Freud“ geschrieben und ist ein Pamphlet, vollgepfropft mit Unzulänglichkeiten, Irrtümern und priesterlich-fanatischen Beschwörungen gegen das „Sündenbabel“ der Psychoanalyse. Einige dieser Kuriosa seien genannt: Irrtümlich meint der Verfasser, die Methode der Psychoanalyse bestehe im „Abreagieren“ und in der „Sublimierung“. Zwangshandlungen, glaubt er, diktiere das Es („ein nichtssagender Name“). Die Annahme, Freud hätte den Ödipuskomplex „auf dem Wege darwinistischmaterialistischer Anschauungen“ (also mit der 1912 von Ch. Darwin aufgenommenen Vermutung der Urhorde) entdeckt, konnte Prof. Schneider (Stuttgart), anläßlich eines Vortrages von Salewski, diesem früher schon als historisch unrichtig nachweisen (Traumdeutung 1900, drei Abhandlungen zur Sexualtheorie 1905). Unbelehrbar, bringt der Verfasser diesen Irrtum trotzdem zum Abdruck.

Ferner: Freud, dessen Lehre „die Sünde wider den heiligen Geist“ bedeute, bekenne sich nicht zu Goethe, sondern zu Mephisto. Salewski behauptet, daß die Psychoanalyse in „einer völligen Pathologie des Denkens ende“, daß durch sie „die gesamte Menschennatur auf den Kopf gestellt“ sei. Die wahre Menschennatur zeichnet Salewski gelegentlich mit Zitaten aus der Bibel und aus Rudolf Steiner als bestimmt durch „Freiheit“, „Absolutes“, „Göttlichkeit“, „etwas okkult Wesenhaftes“ usw. Daß Thomas Mann in Freud einen geistigen Nachfolger von Novalis sieht, und daß Freud der Goethe-Preis verliehen wurde, bedeutet für den Verfasser „die größte Verunglimpfung, die dem deutschen Geistesleben widerfahren konnte, bedeutet das Ende aller geistig-wahren Urteilsfähigkeit“.

Es charakterisiert das Widerspruchsvolle in der Broschüre, daß der Verfasser am Schluß — als Priester der „Christengemeinschaft“ und Feind der Wissenschaft — seinen Protest mit Berufung auf den Wissenschafter, nämlich auf Bumke, erhebt.

Graber

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