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Fenichel, O. (1939). Zur Ökonomik der Pseudologia phantastica. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(1-2):21-32.

(1939). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(1-2):21-32

Zur Ökonomik der Pseudologia phantastica

Otto Fenichel

Ein Patient erzählte in der Analyse folgende Erinnerung: Er habe, etwa vier Jahre alt, bei den Eltern im Ehebett gelegen. Anläßlich einer zufälligen Entblößung habe er das Glied seines Vaters gesehen und sei über dessen Größe sehr erschrocken. Erstaunt habe er sich gefragt, ob wohl die Mutter auch ein so großes Glied habe. Er habe eine Gelegenheit abgewartet, bei der er unauffällig das Hemd der Mutter etwas hochheben konnte, habe darunter ebenfalls einen großen Penis gesehen und sei darüber sehr befriedigt gewesen. Der Patient sah selbstverständlich die Absurdität dieser Erinnerung ein. Sie stand trotzdem derart plastisch vor seinen Augen, daß er das Gefühl hatte, er könnte für ihre Richtigkeit bürgen. Der Widerspruch in der Erzählung, daß er über die Größe des Gliedes erst — beim Vater — erschrocken, dann aber — bei der Mutter — von ihr befriedigt gewesen sei, half bei der Analyse. Es wurde wahrscheinlich, daß der wahre Sachverhalt sich gerade umgekehrt abgespielt hatte. Der Junge sah bei einer zufälligen Entblößung das Genitale der Mutter, erschrak darüber, dachte, ob wohl auch der Vater so aussehe, lüftete dessen Hemd — und sah mit Befriedigung sein großes Glied.

Diese Deckerinnerung, ein gewöhnliches Beispiel für tendenziöse Erinnerungsfälschungen, hatte also Vater und Mutter vertauscht, und es ist leicht ersichtlich, zu welchem Zwecke.

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