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Fenichel, O. (1939). GRANT DUFF, J. F.: A One-Sided Sketch of Jonathan Swift. Psa., Quarterly VI, 2.. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(1-2):202.

(1939). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(1-2):202

GRANT DUFF, J. F.: A One-Sided Sketch of Jonathan Swift. Psa., Quarterly VI, 2.

Review by:
O. Fenichel

Diese interessante psychoanalytische Studie über Jonathan Swift zeigt, wie sehr Leben und Werk dieser stark prägenital fixierten Persönlichkeit von einigen wesentlichen traumatischen Kindheitserlebnissen beherrscht waren. Er war, ein Jahr alt, von einer Nurse ohne Wissen der Mutter (er war nach dem Tode des Vaters geboren) von Irland nach England mitgenommen worden und lebte dann drei Jahre mit dieser Nurse fern von der Mutter in Whitehaven. Die Eindrücke dieser Zeit waren es vor allem, die zeitlebens in ihm wirksam blieben. So wollte er sie — nach Umkehrung der Rollen — in seinem von pathologischen Zügen durchsetzten Liebesleben (er war ein Frauenhasser weil er in Projektion koprophiler Phantasien die Frauen als schmutzig empfand) unbewußt wiederholen; die Erinnerung an sie färbt seine phantastischen Werke und Reformideen, so daß man aus diesen auf Einzelheiten der Erziehungsmaßnahmen, denen er ausgesetzt war, auf Eigenheiten jener offenbar recht ungenierten Nurse und auf seine damaligen prägenitalen Reaktionen rückschließen kann. Die abenteuerlichen Reisen Gullivers mögen im ganzen auf Erinnerungsspuren der abenteuerlichen Reise nach Whitehaven zurückgehen. Besonders interessant ist der Nachweis, daß Gullivers Reisen insofern einem Traum ähnlich sind, als dieselben Motive bei abnehmender Entstellung mehrfach dargestellt werden, so daß am Ende des Werkes die ursprünglichen Phantasien relativ unentstellt zutagetreten.

O.

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