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Klajn, H. (1939). Fehlleistung infolge unbewußter Todeswünsche gegen das einzige Kind. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(3):333-338.

(1939). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(3):333-338

MITTEILUNGEN UND DISKUSSIONEN

Fehlleistung infolge unbewußter Todeswünsche gegen das einzige Kind

Hugo Klajn

Die hier beschriebene “Zufallshandlung“, eine Art komplizierter gemeinsamer Symptomhandlung mil Vergessen, Fehlerinnern und Unterlassen, scheint mir deshalb mitteilenswert, weil ihr Sinn so eindeutig und offenkundig ist, daß die Deutung in diesem Sinne — obzwar aus Widerstandsgründen von den Urhebern der Fehlleistung mit größter Entschiedenheit abgelehnt — auch dem Nicht-analytiker einleuchtend und unabweisbar erscheinen muß; ferner deshalb, weil der hier klar zutage tretende Mechanismus der Fehlleistung gewissermaßen das Walten der unbewußten Tendenz auf Schritt und Tritt zu verfolgen und so festzustellen gestattet, mit welcher Findigkeit diese Tendenz, unbeirrbar auf ihr Ziel lossteuernd, Gedächtnisfunktion, Aufmerksamkeit und Motorik in ihren Dienst zu zwingen und sich durchzusetzen versteht, mit welcher Treffsicherheit der die Handlung Ausführende gerade das fördert und heraufbeschwört, was er bewußt unter Darbringung großer Opfer als schweres Unheil oder tieftragisches Ereignis abzuwenden bemüht ist; schließlich deshalb, weil der Fall einen deutlichen Hinweis auf gewisse Quellen enthält, aus denen Todeswünsche gegen eigene Kinder wichtige Zuflüsse erhalten.

Ein bereits mehrfach entwöhnter und wieder rückfällig gewordener 28-jähriger Narkomane wird zwecks neuerlicher Entziehung von seinen Eltern in eine Privatanstalt eingeliefert. Er bleibt unter ständiger Bewachung, die deswegen besonders streng ist, weil die Eltern der Ansicht sind, daß bei ihm außerordentlich große Selbstmordneigung bestehe: aus diesem Grunde belassen sie ihm nicht einmal seinen Gürtel. Die Mutter ist überzeugt, daß er versucht hat sich zu erhängen, da sie in der Wohnung einen verbogenen Kleiderhaken gefunden hat. Einen kleinen Ritzer an der Ulnarseite des Unterarms deutet sie als Versuch, sich die Adern aufzuschneiden, Der Vater klagt: “Es ist nicht zu sagen, wieviel seelische Qualen und wieviel materielle Opfer uns dieser Sohn bereits verursacht hat. Aber ich kann ihn natürlich nicht auf der Straße verkommen lassen.“

Der

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